Ein Todesfall ist nicht nur emotional belastend. Es gibt auch viel zu regeln, wenn ein Familienmitglied verstirbt. Ein großes Thema ist dabei das Erbe. Erbberechtigte, die vermuten, dass der Verstorbene versteckte Vermögenswerte hinterlassen hat, aber nicht mit Sicherheit sagen können, wo und in welcher Form, stehen vor einer herausfordernden Recherche. Dabei können sie sich Unterstützung bei den Bankenverbänden suchen. "Sofern in Nachlassfällen unbekannte Konten, Wertpapierdepots oder Schließfächer bei einer privaten Bank vermutet werden, führt der Bundesverband deutscher Banken das Suchverfahren durch", sagt Kathleen Altmann, Spezialistin vom Bundesverband deutscher Banken (BdB). 

Hinweise darauf, dass sich im Nachlass bislang unbekannte Vermögenswerte befinden könnten, bekommen Hinterbliebene beispielsweise über alte Kontoauszüge oder Schreiben der Bank. Neben den privaten Banken bieten auch Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken solche Nachforschungsverfahren an. Bei den öffentlich-rechtlichen Geldhäusern müssen sich Hinterbliebene konkret an das zuständige Institut wenden. In jedem Fall müssen sie ihre Erbberechtigung nachweisen. Eine Kopie des Erbscheins oder des Testaments sowie die letzte Anschrift des Verstorbenen reichen dafür aus. Wer Vermögen im Ausland vermutet, sollte laut Altmann die betreffenden ausländischen Bankenverbände kontaktieren. 

Überblick verschaffen
"Auch ein Vermögenswert, der erst nach Jahren auftaucht, ist steuerlich relevant", sagt Altmann. Dementsprechend muss man alle Vermögenswerte, egal ob man sie im In- oder Ausland entdeckt, dem Finanzamt melden. Wer seinen Angehörigen eine aufwendige Recherche ersparen möchte, sollte schon zu Lebzeiten eine Liste seiner Wertgegenstände, Konten und Depots anlegen und Kopien von wichtigen Unterlagen anfertigen. (fp)