Im September ging es an den Aktienmärkten kaum noch weiter nach oben, der Aufwärtstrend scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Das bedeutet indes nicht, dass die Börsenparty schon vorbei ist, urteilt das Strategie-Team der Danske Bank. Zwar könnten die Aktienkurse in den kommenden Monaten stärker schwanken. "Aber auf etwas längere Sicht sehen wir Potenzial für weitere Kursanstiege", erklärt Chefstratege Henrik Drusebjerg.

Bei der Danske Bank geht man davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage rund um den Globus weiter normalisiert. "Das wird die Aktienmärkte unserer Ansicht nach weiter in die Höhe treiben", so Drusebjerg. Die Investmentgesellschaft behält deshalb in ihren Portfolios eine moderate Übergewichtung von Aktien bei und gewichtet Anleihen dementsprechend unter.

US-Berichtssaison im Auge behalten
Die Strategen sind sich darüber im Klaren, dass eine zweite Coronavirus-Welle eine ernste Gefahr für die Wirtschaft darstellt. "Wir erwarten aber keine erneuten flächendeckenden Lockdowns, sondern eher lokale und zielgerichtete Einschränkungen, die das Wirtschaftswachstum nicht so stark beeinträchtigen", stellt Drusebjerg klar. "Außerdem rückt ein Impfstoff täglich näher." Der Crash vom Frühjahr wird sich jedenfalls nicht wiederholen, ist der Stratege überzeugt.

Neben der Pandemie kann die anstehende US-Wahl kurzfristig für Unruhe an den Märkten sorgen. "Insgesamt erwarten wir aber nicht, dass das Wahlergebnis für das Wirtschaftswachstum und die Finanzmärkte von besonders großer Bedeutung ist", so der Danske-Bank-Experte. Anleger sollten eher die bevorstehende Berichtssaison im Blick haben, die in den Vereinigten Staaten Mitte Oktober beginnt. In den Aktienkursen sind bereits viele optimistische Erwartungen eingepreist. "Deshalb sind gute Gewinnzahlen und positive Unternehmensmeldungen, die die hohen Bewertungen rechtfertigen können, von großer Bedeutung", erklärt Drusebjerg. (fp)