Trotz Homeoffice: 2025 wird "grandioses Jahr" für Büromarkt Frankfurt
Frankfurts Bürovermietungsmarkt zeigt sich widerstandsfähig: Laut JLL dürften 2025 wieder hohe Flächenumsätze erzielt werden. Besonders moderne Top-Lagen sind gefragt – während periphere Standorte weiter unter Leerständen leiden.
Für den Frankfurter Bürovermietungsmarkt wird 2025 wohl eines der besten Jahre seit Langem werden. Das hat Suat Kurt, Niederlassungsleiter des Immobiliendienstleisters JLL in Frankfurt, im Interview mit "Bloomberg News" erklärt. Die Befürchtungen mancher Beobachter, der Siegeszug des Homeoffice lasse den Markt dauerhaft einbrechen, bewahrheiten sich offenbar nicht.
Homeoffice verändert Nachfrage – aber weniger stark als befürchtet
"Das Homeoffice hat den Markt verändert, aber der Nachfragerückgang bei Büros in Frankfurt ist nicht so scharf gekommen, wie teilweise zunächst angenommen", so Kurt. Das gelte besonders für das Spitzensegment. Firmen würden Flächen weit weniger stark reduzieren, als noch kurz nach der Corona-Pandemie befürchtet.
Kurt zufolge wird in diesem Jahr der Flächenumsatz die Marke von 500.000 Quadratmetern knacken, vielleicht sogar 600.000 Quadratmeter. "Das wäre dann ein grandioses Jahr für Frankfurt", erklärte Kurt. JLL-Daten zufolge lag der Flächenumsatz zuletzt im Jahr 2018 oberhalb von 600.000 Quadratmetern.
Banken treiben Großanmietungen voran
Angetrieben wurde der Frankfurter Bürovermietungsmarkt in diesem Jahr vor allem auch von Großanmietungen durch Banken. So hatte beispielsweise die Commerzbank im Februar erklärt, dass sie mehr als 73.000 Quadratmeter im Central Business Tower, den die Helaba gerade baut, übernehmen wird. Und ING Deutschland kündigte an, dass sie 2028 mit ihrem Hauptsitz ins Hafenpark Quartier im Frankfurter Ostend ziehen will. Ein Mietvertrag über rund 32.000 Quadratmeter sei hier abgeschlossen worden.

Moderne Flächen in Top-Lagen besonders gefragt
Laut Kurt wollen Unternehmen, darunter auch Banken, dass ihre Mitarbeiter wieder öfter ins Büro kommen. Deshalb schauen sie sich "nach modernen Büroflächen in sehr guten Lagen um. Das ist besonders nachgefragt, weil das die Mitarbeiter zurück ins Büro lockt", sagte er.
Das wirkt sich offenbar auch auf die Mieten aus. "Die Büromieten in Frankfurt steigen nicht nur, sie springen regelrecht", erklärte Kurt. Die nachhaltige Spitzenmiete bewege sich auf Mitte-50-Euro je Quadratmeter zu, von zuletzt 52 Euro. Bei den Höchstmieten sieht Kurt sogar Preise von 60 Euro.
Enges Angebot an modernen Flächen
In den sehr gefragten Lagen zwischen Opernplatz, Goetheplatz, Roßmarkt und der Neuen Mainzer Straße sei das Angebot an modernen Büroflächen derzeit sehr eng. Hinzu komme, dass es fast nichts in der Pipeline für den Frankfurter Büromarkt gebe. Kurt: "In den nächsten drei Jahren kommen kaum noch Neubauprojekte in den Top-Lagen auf den Markt".
Aufgrund der Knappheit werden Kurt zufolge auch Bestandsimmobilien in den Top-Lagen wieder gefragter. Allerdings müsse in vielen Fällen vor dem Einzug neuer Mieter erst noch saniert werden, wobei nicht immer gleich eine Kernsanierung notwendig sei.
Ein ganz anderes Nachfrage-Bild zeige sich indes fernab der Frankfurter Innenstadt. "Bei weniger attraktiven Bürolagen stehen weiter viele Flächen leer", erklärt Kurt. "Das wird wohl auch so bleiben. Hier werden wir zwangsweise Umnutzungen sehen, etwa von Büro hin zu Wohnen." (mb/Bloomberg)














