Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen leicht nachgegeben. Ende August stand der Kurs des Edelmetalls noch bei 1.534 US-Dollar je Feinunze. Seitdem ist er auf 1.455 US-Dollar je Feinunze gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 5,1 Prozent. Insgesamt ist der Aufwärtstrend beim Gold- und in der Folge auch beim Silberpreis aber ungebrochen, schätzt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa Goldhandel.

Ein Grund für die jüngsten Korrekturen könnte gewesen sein, dass der vorangegangene Anstieg von Oktober 2018 bis August 2019 zu steil gewesen war. Der Goldpreis hatte in diesem Zeitraum um fast 30 Prozent zugelegt. "Zudem hat sich die Markterwartung, die US-Zentralbank werde ihren Leitzins rasch weiter absenken, verflüchtigt", erklärt Polleit. Auf kurze Sicht werden die gemäßigteren Zinserwartungen wohl weiterhin auf die Entwicklung des Goldpreises drücken. Auf lange Sicht dürften allerdings andere Faktoren auf den Kurs des Edelmetalls wirken und ihn wieder nach oben ziehen.

Niedrigzinsen befeuern Edelmetallnachfrage
Ein großes Plus für den Goldpreis: Noch immer ist kein Ende der globalen Niedrigzinspolitik in Sicht. Offizielle Währungen werden durch die Niedrigzinsen und die steigende Geldmenge entwertet, sagt der Degussa-Experte. "Gold und auch Silber stellen für langfristig orientierte Anleger eine attraktive Option dar, um der Geldentwertung der offiziellen Währungen zu entgehen." Gold hat sich als das bessere Wertaufbewahrungsmittel bewährt, sagt Polleit – und zeigt sich überzeugt, dass das auch in den kommenden Jahren so sein wird. (fp)