Nicht viele Deutsche sind dazu bereit, ihr Geld einem Robo-Berater anzuvertrauen. Laut der aktuellen Studie "Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020", die das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag der B2B-Direktbank Ebase erstellt hat, wissen zwar rund 30 Prozent der Bundesbürger, was ein Robo-Advisor ist. Nur zwei Drittel können sich aber vorstellen, ein solches Angebot auch zu nutzen. "Es ist trotzdem ein schöner Erfolg, wenn man bedenkt, dass dieses Ergebnis einen Zuwachs in der Bekanntheit um 50 Prozent in nur einem Jahr bedeutet", sagt Kai Friedrich, Geschäftsführer von Ebase.
 
In der Studie wird klar, dass sich nur eine relativ kleine Kundengruppe für rein digitale Anlagen interessiert. "Das hat etliche Anbieter veranlasst, einen Mix aus Mensch und Maschine anzubieten, bei dem es zu einer Konvergenz von digitalen Robo-Advisor-Angeboten mit physischen Elementen wie etwa in der Anlageberatung kommt", erläutert Friedrich. Außerdem mache die Untersuchung deutlich, dass bei der Entscheidung für oder gegen die Anlage per Algorithmus verstärkt klassische Entscheidungskriterien in den Vordergrund treten. "Hier sind in erster Linie die langfristige Performance und die Kosten der Angebote in Verbindung mit den zu erwartenden Erfolgsaussichten zu nennen", so Friedrich.
 
Anstoß durch die Krise
Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Vorsichtmaßnahmen haben die Digitalisierung in vielen Unternehmen vorangetrieben. Auch Robo-Berater könnten davon profitieren, glaubt Friedrich: "Es ist gut vorstellbar, dass digitale Angebote wie Robo-Advisor durch die Coronakrise und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen, die sich auch in der Beratung bemerkbar machen, einen zusätzlichen Schwung erhalten, der die Etablierung in der Breite beschleunigt", sagt er. Allerdings seien die Anbieter aufgerufen, das Thema in der Breite noch bekannter zu machen. (fp)