Die deutschen Sparer sind nicht aufzuhalten. Während Banken und Sparkassen in Deutschland die negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) immer öfter auch an Privatkunden weiterreichen, legen diese ihr Geld weiterhin fleißig auf die hohe Kante. Der Genossenschaftsverband, der mit 360 angeschlossenen Volks- und Raiffeisenbanken der größte Prüfverband im genossenschaftlichen Finanzverbund ist, berichtete am vergangenen Freitag (23. Oktober) laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) von einem "drastisch beschleunigten Einlagenzustrom". 

Die Einlagen von Genossenschaftsbank-Kunden sind laut Verbandsangaben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 20,6 Milliarden Euro auf 374 Milliarden Euro gestiegen. Damit sei das Wachstum mit 5,8 Prozent schon jetzt höher als im gesamten Jahr 2019. "Das spricht für eine starke Priorisierung von Sicherheit und Liquidität durch die Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch eine Zurückhaltung beim Ausgabeverhalten", ordnete der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Ingmar Rega, die Entwicklung ein. 

Negativzinsen nehmen Fahrt auf
Die Sparwut der Deutschen ist mit Blick auf die aktuelle Dynamik der Negativzinsen überraschend. Laut dem Vergleichsportal Biallo.de haben allein im Oktober mehr als 20 Sparkassen und Banken erstmals ein sogenanntes "Verwahrentgelt" für private Einlagen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto eingeführt, berichtet die FAZ. Meist ist der Negativzins identisch mit dem negativen Einlagenzins der Europäischen Zentralbank in Höhe von minus 0,5 Prozent pro Jahr. Es gibt aber auch eine Handvoll Banken, die sogar noch mehr verlangen. (fp)