Die Zeiten, in denen sich mit Tages- oder Festgeldkonten noch auskömmliche Renditen erzielen ließ, sind lange vorbei. Dennoch will die Mehrheit der Sparer in Deutschland das nicht wahrhaben, zeigt eine Studie der Postbank zusammen mit Kantar-Emnid, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt. Die repräsentative Umfrage offenbart eine breite Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Demnach erwarten Befragte der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren für ihre Anlagen im Schnitt eine jährliche Rendite von durchschnittlich 9,2 Prozent. Wie die mit den "Sparer-Lieblingen" erreicht werden soll , ist allerdings schleierhaft.

14,5 Prozent der Jungsparer halten sogar Erträge von mehr als zehn Prozent für realistisch. Ältere Sparer haben mit durchschnittlich 7,2 Prozent Ertrag ähnlich hohe Erwartungen an ihre Spareinlagen. Das Paradoxe: Ausgerechnet die hohen Renditevorstellungen korreliern bei den Umfrageteilnehmern mit einer besonders hohen Sparneigung. Die 30 bis 39 Jahre alten Befragten sparen rund 86 Prozent, im Durchschnitt der Umfrage sind es 74 Prozent.

Kaum Zinsen aufs Festgeld
Eine derartige Liebe zum Sparbuch macht Traumrenditen schwer. Tagesgeld bringt im Bundesdurchschnitt derzeit gerade mal 0,08 Prozent Zinsen, zeigen Daten des Finanzdienstleisters FMH, die der FAZ vorliegen. Selbst, wer sein Geld über viele Jahre fest bei der Bank parkt, muss die Rendite mit der Lupe suchen. Fünf Jahre lang fest angelegtes Geld bringt aktuell nur 0,5 Prozent im Jahr. Festgeld mit einer Laufzeit von zehn Jahren kommt im Schnitt auf 0,8 Prozent. (fp)