US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass er einen bevorzugten Kandidaten für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve hat. Zugleich spielte er erneut mit dem Gedanken, den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell zu entlassen.

"Ja, den habe ich, immer noch – das hat sich nicht geändert", sagte Trump am Montag (29.12.) auf einer Pressekonferenz, als er nach einem Favoriten gefragt wurde. "Ich werde ihn zur richtigen Zeit bekannt geben. Es gibt genug Zeit."

Erneute Attacken gegen Powell
Trump fügte hinzu, Powell "sollte zurücktreten" und er würde ihn "gern feuern". Bereits im Juli war der Präsident nahe daran gewesen, Powells Absetzung zu betreiben, hatte davon jedoch nach negativen Reaktionen an den Finanzmärkten Abstand genommen. "Vielleicht mache ich es ja doch noch", sagte Trump vor Journalisten in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida.

Trump nannte keinen Namen seines favorisierten Kandidaten und erklärte, eine Bekanntgabe werde "irgendwann im Januar" erfolgen. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Direktor des National Economic Council, Kevin Hassett. Trump hat jedoch auch Interesse an dem früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh bekundet. Zu den weiteren Kandidaten zählten zuletzt die amtierenden Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman sowie Rick Rieder von Blackrock.

Widersprüchliche Signale aus dem Weißen Haus
Trump hat in den vergangenen Wochen mehrfach kryptische und teils widersprüchliche Aussagen zu seinem Entscheidungsprozess gemacht. Anfang Dezember hatte er erklärt, den Kreis der Kandidaten auf eine Person eingegrenzt zu haben. Später sagte er jedoch, mehrere Namen zu prüfen, und lobte wiederholt verschiedene Bewerber von der Shortlist.

Trump kritisiert Powell seit Langem, obwohl er ihn während seiner ersten Amtszeit selbst zum Fed-Chef ernannt hatte. Der Präsident hat deutlich gemacht, dass er sich vom nächsten Notenbankchef eine aggressivere Zinssenkungspolitik erhofft, um insbesondere die Hypothekenkosten zu senken.

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen in jeder ihrer letzten drei Sitzungen gesenkt, signalisierte jedoch im Dezember, dass für 2026 voraussichtlich nur eine weitere Zinssenkung geplant ist.

Klageandrohung und offene Personalfrage
Trump erklärte am Montag zudem, er erwäge eine Klage wegen "grober Inkompetenz" gegen Powell im Zusammenhang mit einem laufenden Renovierungsprojekt der Federal Reserve. Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet im Mai 2026, sein Mandat im Board of Governors läuft jedoch erst 2028 aus.

Powell hat bislang nicht erklärt, ob er die Notenbank verlässt, sobald seine Amtszeit als Vorsitzender endet. Sollte er im Board bleiben, würde er Trump daran hindern, ein weiteres neues Mitglied für das Direktorium der Fed zu ernennen. (mb/Bloomberg)