Trump feiert schwächsten Dollar seit vier Jahren: "Großartig!"
Der US-Dollar fällt auf den tiefsten Stand seit Anfang 2022. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Schwäche der Währung verunsichern Investoren und verstärken den Abwärtstrend am Devisenmarkt.
Der US-Dollar ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2022 gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump signalisiert hat, dass er mit der Kursschwäche der Währung gut leben kann. "Nein, ich finde das großartig", sagte der US-Präsident Reportern am Dienstag (27.1.) in Iowa, als er gefragt wurde, ob ihn der Kursrückgang des Dollar beunruhige. "Ich denke, der Wert des Dollar – sehen Sie sich die Geschäfte an, die wir machen. Der Dollar läuft großartig."
Aussagen verschärfen Abwärtsdruck auf die Währung
Mit diesen Äußerungen befeuerte Trump den ohnehin stärksten Einbruch des Dollar seit der Einführung seiner Zölle im vergangenen Jahr. Diese hatten die Märkte ins Wanken gebracht und Befürchtungen geschürt, die unberechenbaren politischen Kurswechsel des Präsidenten könnten ausländische Investoren abschrecken.
Nach Trumps Worten weitete der "Bloomberg"-Dollar-Index seine Verluste zeitweise auf bis zu 1,2 Prozent aus. Die US-Währung gab gegenüber allen anderen wichtigen Währungen weiter nach, bevor sie sich im asiatischen Handel am Mittwoch (28.1.) etwas stabilisierte.
Händler sehen Signal zum Dollar-Verkauf
Trump hat anderen Ländern wiederholt vorgeworfen, ihre Exporte durch schwächere Wechselkurse zu stützen. US-Finanzminister Scott Bessent betonte hingegen die Unterscheidung zwischen dem Wechselkurs des Dollar und seinem Wert als Reservewährung. Trumps jüngste Aussagen wurden von Händlern daher als Freifahrtschein verstanden, die US-Währung zu verkaufen.
"Viele Mitglieder im Trump-Kabinett wollen einen schwächeren Dollar, um die Exporte wettbewerbsfähiger zu machen", sagte Win Thin, Chefökonom der Bank of Nassau. Sie gingen damit ein "kalkuliertes Risiko ein. Eine schwächere Währung kann angenehm sein – bis die Dinge aus dem Ruder laufen."
Flucht in Gold und Schwellenländer
Der jüngste Rückgang des Dollar erfolgte trotz steigender Renditen von US-Staatsanleihen und der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung am Mittwoch eine Pause bei den Zinssenkungen einlegen dürfte – beides Faktoren, die traditionell als stützend für die Währung gelten. Trump hat jedoch wiederholt deutlich gemacht, dass er erheblich niedrigere Zinsen anstrebt, was den Dollar zusätzlich unter Druck setzen würde.
Dies hat Investoren dazu veranlasst, verstärkt auf alternative Wertaufbewahrungsmittel wie Gold zu setzen, dessen Preis immer neue Rekordhöhen erreicht – ein Phänomen, das mittlerweile als "Entwertungs-Handelsszenario" ("Debasement Trade") bezeichnet wird. Zugleich fließt Kapital in Rekordtempo in Anlageklassen wie Schwellenländerfonds. Die Bewegung weg von US-Vermögenswerten verstärkt sich, was manche als "stilles Abschiednehmen" bezeichnen. (mb/Bloomberg)













