US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben bereits entschieden, wer die US-Notenbank künftig führen soll. Zugleich beklagt er, dass ihn andere daran hindern, den scheidenden Fed-Chef Jerome Powell zu entlassen.

"Ich glaube, ich weiß schon, wen ich nehme", sagte Trump am Dienstag (18.11.) vor Journalisten im Oval Office, ohne den Namen zu nennen. "Ich würde den Mann, der derzeit im Amt ist, am liebsten sofort rauswerfen, aber man hält mich zurück."

Fünf Kandidaten in der engeren Auswahl
Laut Finanzminister Scott Bessent, der die Suche leitet, ist die Auswahl auf fünf Kandidaten geschrumpft. Im Rennen seien weiterhin die Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman, der frühere Gouverneur Kevin Warsh, der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, sowie Rick Rieder, Manager beim Vermögensverwalter Blackrock.

"Wir haben einige überraschende Namen und einige bekannte Namen, über die jeder spricht", sagte Trump. "Und vielleicht gehen wir den normalen Weg. Es ist schön, hin und wieder politisch korrekt zu handeln."

Entscheidung möglicherweise vor Weihnachten
Bessent sagte später am Dienstag dem Sender "Fox News", er hoffe, den Auswahlprozess im kommenden Monat abschließen zu können. "Wir machen eine weitere Runde von Interviews. Danach werden wohl einige Leute im Weißen Haus Gespräche führen, wahrscheinlich direkt nach Thanksgiving", sagte er. "Mitte Dezember wird der Präsident die letzten drei Kandidaten treffen und hoffentlich vor Weihnachten eine Entscheidung haben."

Powell ist Trump weiterhin ein Dorn im Auge
Jerome Powell ist Trump ein Dorn im Auge, weil dieser die Leitzinsen aus seiner Sicht zu langsam gesenkt hat. Powells Amtszeit als Fed-Chairman endet im Mai 2026, seine Berufung als Gouverneur läuft jedoch bis 2028. Der nächste Vorsitzende wird einen Balanceakt absolvieren müssen: Er muss Trumps Wunsch nach niedrigeren Zinsen gerecht werden und gleichzeitig das Vertrauen der Anleger erhalten.

Bessent lehnt Job an der Fed-Spitze ab
Trump bekräftigte zudem, er hätte Bessent gern selbst an der Spitze der Fed gesehen. Doch dieser genieße seine derzeitige Rolle zu sehr, um das Finanzministerium zu verlassen. Bessent bestätigte bei "Fox News", dass er "mit Sicherheit sagen" könne, dass er nicht der Kandidat sein werde.

Der nächste Vorsitzende wird voraussichtlich für eine Amtszeit von 14 Jahren als Gouverneur der Fed ernannt, die am 1. Februar beginnt. (mb/Bloomberg)