Marktbeobachter wissen: Wenn US-Präsident Donald Trump nach Börsenschluss in einem Tweet gegen China wettert und beispielsweise höhere Zölle ankündigt, dann geht es an den Kapitalmärkten am nächsten Tag bergab. Die US-Investmentbank J.P. Morgan hat nun einen Index kreiert, um das präsidiale Risiko besser einschätzen zu können. Das berichtet unter anderem der "Tagesspiegel".

Der Index soll dabei insbesondere die Auswirkungen von Trump-Tweets auf den Anleihemarkt wiederspiegeln. Bei der Analyse der präsidialen Kurznachrichten hat die US-Bank festgestellt, dass sich Trump gerade in jüngerer Zeit zunehmend zu Handelsfragen äußert und sich über die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank mokiert. Die Tweets korrelierten in den fünf Minuten nach Absenden mit einer statistisch signifikanten Steigerung der Zins-Volatilität, heißt es in dem Bericht. Besonders stark ausgeprägt war der Effekt bei US-Staatsanleihen mit zwei und fünf Jahren Restlaufzeit.

Index-Name sorgt für Schmunzeln
Der Name des neukreierten Index dürfte bei so manchem Trump-Follower für Erheiterung sorgen: "Volfefe" heißt er, ein Kofferwort aus "Vol" für Volatilität und "Fefe". Letzteres erinnert wohl absichtlich an einen mysteriösen Tweet von Trump, den der US-Präsident Ende Mai 2017 abgesetzt hatte. "Despite the constant negative press covfefe", schrieb Trump damals. Ob er sich schlicht vertippt oder das im Englischen bedeutungslose Wörtchen "covfefe", das inzwischen über einen eigenen Wikipedia-Eintrag verfügt, einen andersprachigen Ursprung hat, ist bis heute nicht bekannt. (fp/ps)