Nach der Gefangennahme des Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro, greift die US-Regierung nach den Erdölreserven des Landes. US-Präsident Donald Trump kündigte zuletzt an, dass das südamerikanische Land bis zu 50 Millionen Barrel Öl an die Vereinigten Staaten abgeben werde. Nach dem derzeitigen Marktpreis wäre das Volumen einen Betrag von mehreren Milliarden US-Dollar wert. Wie genau sich die US-Regierung den Zugriff auf das Öl sichern will und ob die Regierung in Caracas mitzieht, ist bislang völlig offen.

Mit einer gezielten Kommandoaktion hatten US-Streitkräfte am Wochenende Maduro festgesetzt. Die US-Regierung wirft ihm vor, in den Drogenhandel verstrickt zu sein. US-Präsident Trump gab in der Folge an, die USA hätten vor, "Venezuela zu führen". Wie genau das aussehen soll, erscheint ebenfalls noch offen. Derweil wurde Venzuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin vereidigt. Was die Börsenprofis zu der US-Aktion meinen – klicken Sie sich durch die Galerie oben.

Geopolitisches Beben – oder interventionistische Tradition
Doch während der Eingriff auf geopolitischer Ebene ein Beben auslöste, bleiben die Finanzmärkte bislang eher ruhig. Einige Beobachter sehen einen geopolitischen Wendepunkt erreicht, der Fragen über die Region hinaus aufwirft. Andere Experten hingegen verweisen auf zahlreiche Interventionen der USA in Südamerika – und sehen lediglich die Fortsetzung einer lange gehegten Tradition an Eingriffen. Einig sind sich die Beobachter an einem Punkt: Zwar verfügt das Lang über große Ölreserven, doch die Förderinfrastruktur ist marode. Ein Wiederaufbau benötigt Jahre. (ert)