Zwei Worte von Elon Musk – mehr braucht es offenbar nicht, um den Aktienkurs eines Unternehmens zu beeinflussen. "Use Signal", setzte der Tesla-Chef am Donnerstag vergangener Woche über den Kurznachrichtendienst Twitter in die Welt und rief damit prompt auch Investoren auf den Plan. In Windeseile kauften renditehungrige Anleger Signal-Aktien und trieben den ursprünglichen Kurs damit von 0,60 US-Dollar auf stolze 38 US-Dollar.

Die Sache hat nur einen Haken: Der Messenger-Dienst Signal, den Musk mit seinem Tweet als sichere Whatsapp-Alternative bewerben wollte, ist überhaupt nicht börsennotiert. Die Aktie, auf die sich Investoren stürzten, gehört der bis dato wenig bekannten US-Medizintechnikfirma Signal Advance. Offenbar haben zahlreiche Anleger die Unternehmen wegen der Namensähnlichkeit schlicht verwechselt, berichtet das Nachrichtenmagazin "N-TV". Derartiges kommt immer wieder mal vor: Im vergangenen Mai beispielsweise katapultierten kurzentschlossene Anleger, die vom Lockdown-bedingten Boom bei Videokonferenzen profitieren wollten, die Aktie von "Zoom Technologies" in die Höhe. Dumm nur, dass der eigentliche Nutznießer das Unternehmen "Zoom Video Communications" respektive dessen Aktie ist.

Höhenflug nur von kurzer Dauer
Der Marktwert von Signal Advance explodierte nach Absetzen des Tweets regelrecht von 55 Millionen auf 3,16 Milliarden US-Dollar. Einen Tag später brach der Aktienkurs wieder um 60 Prozent ein. Dabei hatten zahlreiche Medien darauf aufmerksam gemacht, dass die Unternehmen nichts miteinander zu tun haben. Selbst der Nachrichtendienst wies auf die Verwechslungsgefahr hin. "Wir sind das nicht! Wir sind ein Non-Profit-Unternehmen, unsere einzige Investition gilt Eurer Privatsphäre", schrieb Signal auf Twitter. (fp/ps)