Überraschender Vorstoß: Japan nimmt Pensionsfonds ins Visier
Japans Finanzministerin will Pensionsfonds zu höheren Investitionen im Inland bewegen. Ihre Aussagen stützten den Yen und sorgten für sinkende Renditen japanischer Staatsanleihen.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama hat gefordert, dass die großen Pensionsfonds des Landes ihre Investitionen in inländische Vermögenswerte erhöhen. Ihre Äußerungen ließen den Yen von einem Niveau nahe seinem tiefsten Stand seit fast vier Jahrzehnten steigen und lösten eine Rally am japanischen Anleihemarkt aus.
"Eine Priorität besteht darin, Haushalte sowie Pensionsfonds einschließlich des GPIF dazu zu ermutigen, ihre Investitionen in japanische Finanzanlagen zu erhöhen. Wir beabsichtigen, Maßnahmen zu verfolgen, die dieses Ziel unterstützen", sagte Katayama am Freitag (10.7.) auf einer regulären Pressekonferenz. Sie bezog sich dabei auf den Government Pension Investment Fund (GPIF). Mit Vermögenswerten von 293,6 Billionen Yen (1,58 Bio. Euro) gehört er zu den größten Pensionsfonds der Welt.
Überraschung für die Märkte
Die im Rahmen einer Antwort auf eine Frage zu den Investitionsplänen der Regierung abgegebenen Aussagen überraschten die Märkte. Daraufhin legte der Yen zu, während die Renditen japanischer Staatsanleihen sanken. Beide Anlageklassen hatten in dieser Woche erheblich unter Druck gestanden.
Katayamas Aussagen zum GPIF seien im Voraus vorbereitet worden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Ob sie als Form einer verbalen Intervention gedacht waren, ist unklar.
Mögliche Folgen über Japan hinaus
Sollte es zu Änderungen der Vermögensallokation kommen, könnten die Auswirkungen über Japan hinausreichen. Das Land ist mit Beständen von 1,2 Billionen US-Dollar der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen. Zudem sind fast fünf Billionen Dollar japanischen Kapitals im Ausland investiert.
Der GPIF untersteht dem Arbeitsministerium und nicht dem Finanzministerium. Änderungen seiner Anlagestrategie müssten ein etabliertes Verfahren durchlaufen, dessen Umsetzung Zeit in Anspruch nehmen würde. Ein Sprecher des GPIF lehnte eine Stellungnahme ab. (mb/Bloomberg)















