"Ultimativer Deal": Trump packt Zollkeule weg – Märkte atmen auf
Donald Trump setzt geplante Strafzölle gegen Europa aus und verweist auf einen "Rahmen" für einen künftigen Grönland-Deal. Während die Märkte positiv reagieren, reduzieren erste skandinavische Investoren ihre US-Anleihebestände.
US-Präsident Donald Trump will darauf verzichten, Strafzölle auf Waren aus europäischen Staaten zu erheben, die sich gegen seinen Versuch stellen, Grönland in amerikanischen Besitz zu bringen. Er begründete dies am Mittwoch (21.1.) in sozialen Medien mit einem "Rahmen für einen zukünftigen Deal", auf den man sich im Hinblick auf die Insel geeinigt habe. Zuvor hatte Trump sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte getroffen.
Zu den Details des sogenannten Rahmens machte Trump keine Angaben. Was die Vereinbarung tatsächlich beinhaltet, blieb zunächst unklar – zumal Dänemark am Mittwoch Gespräche über eine Abtretung der weitgehend autonomen Insel an die Vereinigten Staaten ausdrücklich ausgeschlossen hatte.
"Wir haben den Rahmen für ein zukünftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion geschaffen", schrieb Trump. "Diese Lösung wird, falls sie zustande kommt, eine großartige für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle Nato-Staaten sein. Auf Basis dieses Verständnisses werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen."
Märkte reagieren positiv
US-Aktien legten nach der Nachricht, dass keine Zölle eingeführt werden, deutlich zu. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 kletterten auf Tageshöchststände, beide Indizes schlossen mehr als ein Prozent im Plus. Auch US-Staatsanleihen setzten ihre Gewinne fort, und der "Bloomberg"-Dollar-Index erreichte ein Tageshoch.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen begrüßte die jüngsten Entwicklungen. In einem Interview mit dem Sender "DR" sagte er am Mittwoch: "Der Tag endet besser, als er begonnen hat." Zugleich betonte er jedoch, es sei offensichtlich, dass Trump seinen Wunsch, die Kontrolle über Grönland zu erlangen, nicht aufgegeben habe – das bleibe "eine rote Linie für das Königreich Dänemark".
Unklarer Inhalt des "Rahmens"
Gegenüber Reportern erklärte Trump nach seinem Posting, dass er die Einzelheiten der Vereinbarung in Kürze veröffentlichen werde. Auf die Frage, ob das Abkommen den Vereinigten Staaten den Besitz Grönlands verschaffe, antwortete er: "Es ist ein langfristiger Deal. Es ist der ultimative langfristige Deal, und ich denke, es bringt alle in eine wirklich gute Position." Er sagte weiter, er werde eine "unendliche" Laufzeit haben.
"Axios" berichtete, dass der Rahmen das Prinzip der Achtung der dänischen Souveränität über Grönland umfasse. Die "New York Times" meldete zudem, dass hochrangige Militärvertreter der Nato-Staaten über die Möglichkeit diskutierten, den Vereinigten Staaten die Kontrolle über kleinere Landflächen in Grönland zu übertragen. Ob diese Überlegungen Teil des Rahmens seien, blieb offen.
In einem Interview mit "CNBC" sagte Trump, er habe nicht direkt mit dänischen Regierungsvertretern über seine "Konzeptideen für Grönland" gesprochen. Er gehe jedoch davon aus, dass Rutte die Führung in Kopenhagen informiert habe. Zudem erklärte Trump, die Vereinigten Staaten würden bei den Rohstoffrechten Grönlands "involviert sein", ohne dies näher auszuführen.
Skandinavische Investoren reduzieren US-Anleiheengagements
Unabhängig von den jüngsten Marktreaktionen ziehen sich erste europäische Investoren aus US-Staatsanleihen zurück. Die schwedische Pensionskasse Alecta hat seit Anfang 2025 den Großteil ihrer Bestände an US-Staatsanleihen veräußert. Als Grund nannte Chief Investment Officer Pablo Bernengo die zunehmenden makroökonomischen Risiken in den USA.
"Das hängt mit der gesunkenen Berechenbarkeit der US-Politik in Kombination mit hohen Haushaltsdefiziten und einer wachsenden Staatsverschuldung zusammen", erklärte Bernengo in einer E-Mail. Beim Abbau der Bestände habe der größte private Pensionsfonds des Landes "eine gestufte Vorgehensweise" gewählt.
Laut Bernengo machen die Verkäufe "den Großteil unseres Engagements" aus. Er verwies dabei sowohl auf Risiken bei US-Staatsanleihen als auch beim Dollar. Zu Beginn des Jahres 2025 hielt Alecta rund 100 Milliarden Kronen (circa 11 Mrd. Dollar) in US-Staatsanleihen, wie die Zeitung "Dagens Industri" schrieb, die zuerst über die Verkäufe berichtet hatte.
Auch andere institutionelle Investoren in Skandinavien überdenken vor dem Hintergrund der politischen Lage in den USA ihre Definition von "sicheren Häfen". Die dänische Pensionskasse Akademiker-Pension kündigte am Dienstag (20.1.) an, bis zum Monatsende aus US-Staatsanleihen auszusteigen – als Reaktion auf gestiegene Kreditrisiken. (mb/Bloomberg)














