Der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone ist im Dezember zum vierten Mal in Folge gefallen. Er sank von 8,8 auf minus 3,0 Prozent. Damit lag er zum ersten Mal seit vier Jahren wieder im negativen Bereich und zudem auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren. Der Lageindex sank von 29,3 auf 20 Punkte. Der Erwartungsindex gab von minus 9,8 auf minus 18,8 Punkte nach und fiel damit auf den niedrigsten Wert seit August 2012. "Die Dynamik des Abschwungs gleicht derjenigen des Vorkrisenjahres 2007", sagt Sentix-Chef Manfred Hübner.

Für seinen Index befragt Sentix wöchentlich rund 5.000 Anleger aus mehr als 20 Ländern. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass Investoren mittlerweile fast so pessimistisch sind wie vor der letzten Finanzkrise. Lage und Erwartungen haben sich gleichermaßen verschlechtert. Weltweit sind praktisch keine Lichtblicke zu sehen, sagt Hübner. Sogar die bislang starken US-Werte sind zuletzt deutlich gesunken. "Mit Ausnahme einer kleinen Sommer-Zwischenerholung geht es bereits das ganze Jahr bergab", stellt Hübner fest.

EZB muss neues Sicherheitsnetz knüpfen
Der Sentix-Geschäftsführer sieht nun die Notenbanken gefordert. "Während die EZB sich auf das Ende der milliardenschweren Staatsanleihekäufe vorbereitet, schmiert die Wirtschaft in erheblichem Tempo ab und fordert damit die Politik und auch die Notenbanken erneut heraus", sagt er. Die Inflation könnte indes Spielraum für ein Umsteuern der Geldpolitik eröffnen. Die gesunkenen Ölpreise werden sich in den kommenden Wochen womöglich auf die Inflationsrate auswirken. "Das sollte, das muss die EZB nutzen, um das Sicherheitsnetz für die Konjunktur neu zu knüpfen", fordert Hübner. (fp)