Das Vertrauen in steigende Märkte bröckelt. Damit sinkt auch die Risikobereitschaft der Anleger: Der Global Investor Confidence Index ist im Juli auf 84,9 Prozent gefallen. Das entspricht einem Minus von 2,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat, teilte die State Street Corporation mit, die mit dem Index regelmäßig das Anlegervertrauen misst. Investoren aus der ganzen Welt würden eine nachlassende Risikobereitschaft zeigen: Der Wert für Nordamerika fiel von 81,6 auf 80,6, der für Europa von 103,3 auf 99,3 und der für Asien von 95,9 auf 91,9.

Der Index misst die Risikobereitschaft quantitativ, indem er das tatsächliche Kauf- und Verkaufverhalten institutioneller Anleger untersucht. Je höher die prozentuale Verteilung auf die einzelnen Papiere, desto größer die Risikobereitschaft beziehungsweise das Vertrauen. Ein Wert von 100 ist neutral; das ist der Wert, bei dem Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen weder erhöhen noch verringern. Ein Wert unter 100 deutet auf sinkendes Vertrauen hin, im Gegenzug bedeutet ein Wert über 100, dass die Anleger zuversichtlich in die Zukunft schauen und verstärkt in risikoreicheren Anlagen investieren.

Brexit und Handelskrieg belasten
Im Juni hatte der Index kurz nach oben ausgeschlagen, eher der Trend sich im Juli wieder umkehrte. "Das gestiegene Anlegervertrauen des vergangenen Monats erwies sich als kurzlebig", kommentiert Kenneth Froot von State Street das Ergebnis. Dass das Anlegervertrauen erneut ins Stolpern geraten ist, steht im Kontrast zu den Entwicklungen bei Risikoanlagen wie Aktien, deren Preise immer neue Rekorde erzielen. "Trotz der Handelsgespräche zwischen den USA und China scheint die Unsicherheit über die Unterbrechung der Lieferkette und den Brexit bestehen zu bleiben", sagt Froot. (fp)