Die deutsche Finanzbranche steht insgesamt gut da, meldet das Center for Financial Studies. Der auf Umfragen unter Profis und Kennzahlen aus den Unternehmen fußende Branchenindex des CFS stieg im zweiten Quartal 2018 um 1,8 Punkte und liegt nun bei 118,5 Punkten – etwas weniger als im ersten Quartal. Der Index bildet vierteljährlich das Geschäftsklima der Branche ab. Umsätze, Erträge, Investitionen und Mitarbeiterzahlen der Dienstleister sind im zurückliegenden Quartal gestiegen – es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Die Finanzinstitute melden einen deutlichen Rückgang der Ertragszuwächse.

Für das laufende Quartal rechnen sie sogar damit, dass die Erträge weiter zurückgehen, ebenso die Umsätze. Im zweiten Quartal haben die Finanzinstitute außerdem erneut Stellen abgebaut, wie bereits in den Monaten zuvor. Im laufenden Quartal wollen sie nach eigenen Angaben wieder weniger Mitarbeiter freisetzen. 

Wettbewerbs- und Innovationsdruck macht der Branche zu schaffen
"Im Bankensektor kann man den erhöhten Wettbewerbs- und insbesondere auch Innovationsdruck aus den Umfragewerten ablesen: Die Erträge sind rückläufig bei gleichzeitig erhöhten Investitionen und etlichen Neueinstellungen", sagt Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies.

Insgesamt gehe die Schere zwischen Finanzinstituten und -dienstleistern weiter auseinander: "Das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig", sagt Krahnen. Die Finanzinstitute befinden sich mit einem Rückgang des Sub-Index um 9,3 Punkte auf 101,8 Punkte auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen Anstieg um 5,4 Punkte und liegen mit 127,6 Punkten auf dem zweithöchsten Niveau seit 2007. (fp)