Investoren haben sich im September deutlich zaghafter gezeigt als noch im August. Der globale Stimmungsindex von State Street Global Markets fiel im vergangenen Monat um 2,2 Punkte auf den Wert von 83,9. Vor allem in Europa macht sich unter Großanlegern Pessimismus breit: Der Investor Confidence Index (ICI) für Europa sackte um zwölf Punkte auf 110,6 Zähler ab. Auch in Asien werden Investoren vorsichtiger, dort fiel der Index um 5,6 Punkte auf 84,4. Der ICI für Nordamerika stieg dagegen leicht von 77,6 auf 77,8 Zähler.

Das State-Street-Barometer misst das tatsächliche Kauf- und Verkaufsverhalten institutioneller Investoren. Ein Wert von hundert ist neutral – bei diesem Punktestand belassen Anleger ihren langfristigen Anteil an Risikoanlagen auf demselben Niveau. In den untersuchten Regionen sind Institutionelle in Europa also trotz des jüngsten Rückgangs immer noch mit Abstand am risikofreudigsten.

Notenbanken enttäuschen
Im Sommer war die Zuversicht unter Profianlegern noch gestiegen. Den Rückgang im September erklärt Marvin Loh, leitender Makrostratege bei State Street Global Markets, damit, dass die weltweiten Aktienmärkte im vergangenen Monat zum ersten Mal seit sechs Monaten auf breiter Front nachgegeben haben. "Anleger beobachten die Entwicklung des Virus weiterhin sehr genau", sagt er. Auch die jüngsten Sitzungen der Zentralbanken haben seiner Einschätzung nach auf die Stimmung gedrückt. Investoren hatten mit mehr Aktivität gerechnet. (fp)