Vier von zehn Privatanlegern in Deutschland finden nachhaltige Geldanlage so attraktiv, dass sie ihr Geld in entsprechende Produkte investieren würden. Zugleich hat sich aber bislang nur jeder zehnte Investor zu einem solchen Schritt entschlossen. Das geht aus einer Umfrage unter Privatanlegern hervor, in Auftrag gegeben vom NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlage. Im Mittelpunkt der Befragung standen die Bekanntheit und Attraktivität von nachhaltigen Geldanlagen.

Rund jeder vierte Befragte (26,2 Prozent) hat bereits von nachhaltigen Kapitalanlagen gehört, 39,5 Prozent halten sie für attraktiv. Besonders groß ist das Interesse an nachhaltigen Sachwertanlagen: Gut ein Drittel der Befragten findet Direktanlagen in erneuerbare Energien attraktiv, 31,3 Prozent interessieren sich für Direktanlagen in nachhaltig bewirtschafteten Wald. Rund 28 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich vorstellen, in nachhaltige Immobilien zu investieren.

Unzureichendes Informationsangebot
Gerade einmal 4,8 Prozent der Befragten haben bisher allerdings tatsächlich nachhaltige Anlageprodukte gekauft. Gegen ein solches Investment spricht nach Angaben der Studienteilnehmer vor allem das maue Informationsangebot. So empfinden rund 40 Prozent die Informationslage als unzureichend. "Der Schlüssel für die weitere Marktentwicklung ist die Verbesserung der Transparenz", sagt NKI-Geschäftsführer Rolf Häßler.

Die Uninformiertheit der Anleger schlägt sich in Sorgen nieder, die sich relativ leicht zerstreuen ließen: Rund 31 Prozent der Befragten befürchten, dass ihr Anlagerisiko steigt, wenn sie auf Nachhaltigkeit setzen. Fast ein Viertel geht davon aus, dass mit einem Öko- oder Ethik-Fokus die Rendite sinken würde. Anbieter sollten stärker darüber aufklären, wie sich nachhaltige Kapitalanlagen auf das Portfolio auswirken und welchen Beitrag sie zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können, fordert Häßler. (fp)