Trotz steigender Kurse und massiver Mittelzuflüsse in spezialisierte Fondsprodukte sehen Investment-Profis das Thema Rüstung differenziert – allerdings nicht nur aus ethischen Gründen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der DVFA unter den rund 1.500 Verbandsmitgliedern.

Zwei Drittel investieren aktuell in Rüstung
Befragt nach aktuellen Engagements in Rüstungsaktien, erklärten 37 Prozent der Befragten, dass sie solche Investments bereits "aktiv und bewusst" tätigen. Weitere 24 Prozent tun dies indirekt über Fonds sowie ETFs. Immerhin 34 Prozent stehen dem Rüstungssektor jedoch kritisch gegenüber, und zwar jeweils zur Hälfte, weil ihnen der "Hype überdreht" erscheint oder sie das aus ethischen Gründen ablehnen.

Für 43 Prozent der Investment Professionals handelt es sich bei dem gegenwärtigen Boom um ein strukturell-nachhaltiges Phänomen. Dagegen sehen genauso viele Teilnehmer (43 Prozent) darin eine gemischte Entwicklung, die ebenso von strukturellen Faktoren getrieben wird wie von überzogenen Erwartungen. 13 Prozent erklären die jüngsten Börsenerfolge des Rüstungssektors sogar eindeutig zum kurzfristigen, zyklischen Hype, der ein hohes Rückschlagpotenzial aufweist.

Ethische Aspekte spielen untergeordnete Rolle
Recht eindeutig fällt das Urteil zur Bedeutung ethischer Aspekte von Investments in Rüstungswerte aus. Insgesamt treten sechs von sieben Antwortenden (86 Prozent) für solche Engagements ein: 56 Prozent finden Investments in Verteidigungsfähigkeit explizit richtig; 30 Prozent haben zwar ethische Bedenken, sehen solche Investitionen aber als vertretbar an. Dagegen finden nur neun Prozent es "grundsätzlich falsch, in Waffenhersteller zu investieren". Fünf Prozent enthielten sich einer Aussage.

Fast sechs von zehn Umfrageteilnehmern (59 Prozent) erwarten, dass die Bedeutung des Sektors – gemessen an der Zahl und Kapitalisierung der notierten Rüstungsunternehmen – weiter zunehmen wird. Ein Viertel sieht sie dagegen auf dem heutigen Niveau stagnieren, und rund jeder Siebte (14 Prozent) rechnet sogar mit einer sinkenden Bedeutung.

"Auch wenn unsere jüngste Befragung der DVFA Investment Professionals ein Ergebnis eher zugunsten von Rüstungs-Engagements ergibt, so bleibt doch richtig, bezüglich Investments in diesen Sektor nicht mit einfachen pauschalen Einschätzungen zu urteilen", kommentiert Roger Peeters, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA, die Ergebnisse. (jh)