Eine Mehrheit der Vermittler geht davon aus, dass Anleger zukünftig deutlich häufiger Robo-Advisor-Angebote nutzen werden. Das zeigt eine Umfrage der Fondsplattform European Bank for Financial Services GmbH (Ebase). Knapp 85 Prozent der insgesamt 104 befragten Vertriebspartner der B2B-Direktbank erwarten, dass die Anlage-Algorithmen immer präsenter werden. "Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass das Wachstum der Robo-Advisor noch längst nicht an seinem Ende angekommen ist, vielmehr ist von einer zukünftig steigenden Bedeutung auszugehen", sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von Ebase. 

Besonders in den kommenden drei Jahren könnten die digitalen Anlageberater zulegen, und das sogar stark, sagt die Ebase-Umfrage. Deutlich weniger als jeder Zehnte befragte Vermittler geht davon aus, dass deren Bedeutung sinkt. Auch wenn der Begriff Robo-Advisor in Deutschland noch vergleichsweise wenig bekannt war, sind Endkunden eben doch grundsätzlich offen für entsprechende Angebote, sagt Geyer. 

Je bekannter das Konzept Robo-Advisor wird, desto stärker dürften die Marktanteile steigen. Deshalb sollten sich Vermittler die Frage stellen, wie sie zukünftig mit dem Thema umgehen wollen und Algorithmen gegebenenfalls in ihr Angebot integrieren, regt Geyer an. 

Zäsur am Markt?
Ob von der steigenden Marktrelevanz der Robos alle Anbieter profitieren werden, ist aber fraglich. So sehen andere Experten schon eine Zäsur am Markt. Immer mehr Banken, Asset Manager und auch unabhängige Vermögensverwalter drängen schließlich in das Segment (FONDS professionell berichtete ausführlich). Daher müssen sich gerade Start-ups gegen bekannte Marken behaupten, was viele rasch an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bringt: Die Werbekosten für die Gewinnung von Privatkunden sind immens hoch. Mit Cashboard ging 2017 einer der ersten Robos sogar schon pleite, Vaamo aus Frankfurt wurde kürzlich vom britischen Mitbewerber Moneyfarm übernommen. (fp/jb)