Unrentierliche Anlagen stehen weiterhin hoch im Kurs: 23 Prozent der Deutschen legen ihr Geld mehrheitlich auf dem Girokonto, zehn Prozent auf Fest- oder Tagesgeldkonten und acht Prozent auf dem Sparbuch an. Und das, obwohl ein solches Verhalten diametral zu Negativzinsen und der grassierenden Inflationsangst steht. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Vermögensverwalters Assenagon. Lediglich sieben Prozent setzen beim Großteil ihres Vermögens auf Aktien und nochmal so viele auf Investmentfonds. 25 Prozent der Befragten wissen nicht einmal, in welcher Anlageform sich der größte Teil ihres Vermögens befindet.

"Zinsprodukte bleiben als Stabilisator und regelmäßiger Liquiditätsspender grundsätzlich immer ein Thema in einem ausgewogenen Portfolio", kommentiert der Geschäftsführer von Assenagon, Thomas Romig, die deutsche Sparbuch-Unkultur. "Für positive Renditen sorgen Staatsanleihen aber tatsächlich schon lange nicht mehr." Die Risiken seien hier mittlerweile höher als die Chancen. Und auch im kommenden Jahr hellt sich bei den Befragten die Meinung zu Kapitalmarktinvestments nur gering auf: 58 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten keine größere Geldanlagen tätigen.

Anlagepolitische Ahnungslosigkeit
Dass viele Deutsche nach wie vor Aktienmuffel bleiben, ist nach Ansicht Romigs auch einer von Fehlanreizen strotzenden Politik anzulasten: "Während andere Länder längst proaktiv Investments am Aktienmarkt fördern, hinkt hier Deutschland weiter hinterher", so der Investmentexperte. Eine langfristig stabile Aktienkultur sei derzeit nicht in Sicht. Und er macht darauf aufmerksam: "Wer Ende 1995 Dax-Aktien kaufte und bis Ende 2015 hielt, erzielte in diesem Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von 8,1 Prozent p. a." (fp)