Auch im kommenden Jahr sollten Anleger aus Sicht von Vermögensprofis mehr in Aktien investieren. Das geht aus der neuen Umfrage unter unabhängigen Vermögensverwaltern von Universal-Investment hervor. Grundsätzlich blicken die Anlagespezialisten positiv ins kommende Jahr, in den meisten Regionen der Welt dürfte die Wirtschaft ihren Erwartungen nach weiter florieren. Demnach sollten Investoren den Fokus auf Aktien sogar noch verstärken und Investments in Anleihen eher reduzieren, meinen die Befragten.  

Dabei sollten Investoren überwiegend auf Werte aus Industrienationen setzen, empfehlen die Experten. Vor allem europäische Titel wie Aktien aus dem Dax sehen die Vermögensverwalter im kommenden Jahr ganz vorn. Schwellenland-Aktien sollten Anleger hingegen reduzieren: Die Finanzexperten raten, maximal zwölf Prozent des Depots in Emerging Markets zu investieren. Im Vorjahr lag die Empfehlung noch bei 16 Prozent. US-amerikanische Aktien bleiben hingegen im Trend: Auch für 2022 empfehlen Fondsprofis, stärker auf die USA zu blicken.  

Mehr Themen, mehr ESG 
Im kommenden Jahr liegt der Fokus zwar auf Aktien, dennoch sollten Investoren darauf achten, ihr Portfolio zu diversifizieren. "Gerade wenn die Kapitalmärkte zukünftig wieder rauer werden, gehört ein stabilisierender Rentenanteil in jedes gut diversifizierte Portfolio", betont Alexander Karbstein vom Vermögensverwalter Capitulum Asset Management. Finanzexperten empfehlen einen Mix aus etwa acht Prozent Immobilien, neun Prozent Gold und anderen Edelmetallen sowie sechs Prozent andere Assets. Fast die Hälfte der Befragten rät zudem zu einem kleinen Anteil Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoin.

Thematische Investments wie Wasser, Gesundheit oder Demografie werden ebenfalls wichtiger, betonen die Finanzexperten. "Losgelöst von Ländergewichtungen können spezielle, zukunftsorientierte Themen aufgenommen werden", sagt Christian Rullkötter von der Kroos Vermögensverwaltung. Auch die Frage, ob Privatanleger ihr Vermögen ESG-bewusst investieren sollten, bejahten die meisten Befragten. "ESG ist nicht nur ein Megatrend, sondern auch Verantwortung. ESG-Risiken sind sehr ernst zu nehmen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht", meint etwa Lutz Klaus von Tungsten Capital. (fp)