Aktien sind die neuen Anleihen, oder könnten es wenigstens werden, und dafür gibt es vor allem einen Grund: "Wir sind überzeugt davon, dass sich die Welt verändert hat und dass die Zentralbanken aus verschiedenen Gründen aktiv und unterstützend bleiben werden", sagt Olivier Marciot, Senior-Portfoliomanager beim schweizerischen Vermögensverwalter Unigestion. 

Marciot zufolge werden Regierungen und Zentralbanken weiterhin jeglichen wirtschaftlichen Schock verhindern wollen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergreifen. "Wir glauben, dass dies die Volatilität der makroökonomischen Variablen niedrig halten und das Risiko starker Schocks sowie die Wahrscheinlichkeit anhaltender finanzieller Turbulenzen verringern wird." Daher erwarte er eine Reduzierung der Risikoprämie für die meisten liquiden risikoreichen Anlagen. Das Risiko-Rendite-Verhältnis von Aktien könnte dann also eher wie das von Anleihen in früheren Phasen aussehen. Gleichzeitig werden die Anleiherenditen Marciot zufolge niedrig bleiben.

Zentralbanken halten Kurs
Der Portfolio-Experte hat sich damit abgefunden, dass die Zentralbanken ihrem derzeitigen Kurs treu bleiben werden. "Anstatt die Legitimität dieser Einstellung zu erörtern, ziehen wir es vor, dieses Element in unsere Vermögensallokation zu integrieren und zu antizipieren.“ (fp)