Die Covid-19-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft eisenhart getroffen. Deutschlands Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent, wie jüngste Daten zeigen. Im historischen Quartalsvergleich ist das der stärkste Einbruch seit 75 Jahren. Nicht einmal während der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 ging es so steil bergab. Aber: Wenn die Nacht am schwärzesten, ist der Tagesanbruch am nächsten. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt von Union Investment, rechnet damit, dass es bald wieder aufwärts geht. "Es gibt ermutigende Anzeichen, dass der Tiefpunkt hinter uns liegt", sagt er.

Die jüngsten Horror-Daten spiegeln die Wucht wider, mit der die Viruswelle auf die Wirtschaft der Bundesrepublik getroffen ist. Laut Zeuner sind sie jedoch wenig überraschend. Die Effekte des Lockdowns schlugen im zweiten Quartal voll durch. Das Ausmaß der Konjunkturkatastrophe war abzusehen, sagt der Ökonom.

Gut Ding will Weile haben
Anlass zur Hoffnung geben die Entwicklungen in Industrieproduktion, Einzelhandel und Export. Dort haben sich die Zahlen zuletzt deutlich erholt. Bis sich die Wirtschaft wieder auf Vor-Corona-Niveau befindet, wird es allerdings dauern, prophezeit Zeuner. "Die Zweitrundeneffekte der Coronakrise auf Konsum und Investitionen sowie die weltweit nach wie vor steigenden Neuinfektionen verhindern einen schnellen Aufschwung", sagt er. Von Normalität dürfte noch für längere Zeit keine Rede sein. (fp)