Nach einem schwierigen Corona-Jahr meldet die deutsche Industrie nun endlich Aufschwung: Die Aufträge haben im ersten Quartal des Jahres zugelegt. Im März war die Zahl der Aufträge um drei Prozent höher als im Monat zuvor. Verglichen mit dem März 2020, als die Coronakrise gerade ihren ersten Tiefpunkt erreicht hatte, nahmen die Aufträge sogar um 27,8 Prozent zu. Jörg Zeuner, Chef-Volkswirt der Investment-Gesellschaft Union Investment, bewertet die Lage in einem aktuellen Kommentar positiv: "Die Corona-Pandemie neigt sich zumindest für die deutsche Industrie dem Ende zu." Auf dem Kapitalmarkt dürften sich zyklische Industriewerte entsprechend stabil entwickeln, erwartet der Experte.

Nicht nur die Nachfrage aus Deutschland hat zugelegt, auch die gesamte Weltkonjunktur ist gerade dabei, sich zu erholen. Dadurch kann das deutsche Gewerbe auch von einer zunehmenden Nachfrage aus Ländern in Asien und den USA profitieren. Die Kapazitäten der Branche sind sogar bereits ausgelastet. "Für den Maschinenbau zum Beispiel ist die Krise praktisch überwunden", sagt Zeuner. "Hier reichen die Aufträge weiter als im Aufschwung vor der Pandemie." Sollte sich die dritte Welle hierzulande legen, rechnet der Ökonom mit einer weiter steigenden Nachfrage aus dem Inland.

Luft nach oben
Die wirtschaftliche Erholung hat allerdings auch eine Kehrseite: "In einigen Branchen ist die Nachfrage so stark gestiegen, dass Vorprodukte knapp geworden sind", erläutert Zeuner. Aufgrund solcher Lieferengpässe kann die Industrie nicht so schnell wieder an Fahrt aufnehmen, wie es die Nachfrage derzeit verlangt. Auf der Seite der Investitionsgüter erwartet der Experte sogar noch eine weiter steigende Nachfrage. "Das sind gute Voraussetzungen, dass hier der Aufschwung anhält." (fp)