Rezession abgewendet – zurück auf Wachstumskurs: Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Anfang April bis Ende Juni um 1,5 Prozent. "Allerdings lag die Latte nach dem herben Rücksetzer im ersten Quartal ohnehin tief", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt beim Investmenthaus Union Investment. Bemerkenswert sei daran, dass der Impuls diesmal nicht von der Industrie, sondern dem Dienstleistungssektor kam. Grund dafür dürfte das Ende der Lockdown-Maßnahmen gewesen sein, so der Experte.

Dabei hätte Deutschlands Wirtschaft nach Ansicht Zeuners noch mehr Potenzial gehabt. Sie sei nur darum nicht noch stärker gewachsen, weil Angebotsengpässe im Welthandel das verarbeitende Gewerbe gebremst hätten. "Der Zenit des Aufschwungs liegt somit noch vor uns", prognostiziert er. "Wenn die Produktions- und Lieferketten wieder wie gewohnt laufen und der Dienstleistungssektor sein Tempo behält, ist mit noch stärkeren Zahlen im dritten Quartal zu rechnen." (fp)