Der Sommer wird uns einen heißen Ölmarkt bescheren, glauben die Experten von Union Investment: "In den nächsten Monaten kann es durchaus zu einem deutlichen Ölpreisanstieg, sogar einem Überschießen des Preises kommen“, sagt Max Holzer, Leiter Relative Return und Mitglied des Union Investment Committee. 

Als Gründe nennt Holzer vor allem die verschärften US-Sanktionen gegen den Iran: "Bei dem durch die Sanktionen verknappten Ölangebot dürfte es erst mal bleiben, denn es gibt derzeit kein Land, das die Angebotsausfälle kompensieren kann und will." Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, könne war die Lücke füllen, wolle aber wohl nicht. Zudem lasse die im Sommer anstehende Urlaubssaison in den USA die Öl-Nachfrage steigen, ebenso erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung in China.

Kein Ölpreisschock in Sicht
Holzer sieht allerdings keinen anhaltenden Preisschub: "Einen Ölpreisschock mit weitreichenden, langfristig negativen Folgen für die Konjunktur, wie beispielsweise im Jahr 2008, erwarten wir nicht." Denn nach einer deutlichen Preisspitze sollte die Ölnotierung im Verlauf des zweiten Halbjahres unter Schwankungen zurückgehen. Bis zum Jahresende dürfte sich die Ölnotierung wieder der Marke von 70 US-Dollar für ein Fass Brent annähern, so Holzers Fazit. (fp)