Die Regierung der Vereinigten Staaten hat eine Rekordsumme in Bitcoin beschlagnahmt. Wie das US-Justizministerium laut "Handelsblatt" Ende vergangener Woche bekanntgab, sammelten Beamte umgerechnet mehr als eine Milliarde US-Dollar in der Kryptowährung ein. Aufsehenerregend ist nicht nur die Höhe der Summe, sondern auch deren Herkunft: US-Beamten zufolge stammen die Münzen aus dem digitalen Fundus eines Hackers, der sie wiederum vom ehemaligen Betreiber des legendären Online-Schwarzmarktes Silk Road gestohlen haben soll. Ursprünglich sollen die 69.000 Bitcoins Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht gehört haben. Dieser wurde im Jahr 2015 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Berichten zufolge stahl der Hacker, den die Behörden nur als "Individuum X" bezeichnen, die Coins bereits in den Jahren 2012 und 2013 von Ulbricht. Den größten Teil der Beute ließ er anschließend unberührt in einer Wallet, einer digitalen Brieftasche, liegen. Der Verlust des Digitalgeldes blieb nicht unbemerkt: Seit Silk Road aufgeflogen und Ulbricht im Gefängnis ist, rätseln Krypto-Fans über den Verbleib der Milliarde. Nun hat das Raten ein Ende: Das Geld befindet sich im Besitz der US-Regierung.

Versteigerung ist wahrscheinlich
Neben dem Justizministerium waren auch die Kriminalpolizei und die Bundessteuerbehörde an den Ermittlungen beteiligt, außerdem zwei privatwirtschaftliche Unternehmen, die Bitcoin-Analysesoftware vertreiben: Chainalysis und Excygent. Die ermittelnden Behörden und Firmen werden sich ihre Bitcoin-Beute aber nicht einfach teilen. Bei früheren Schlägen gegen Kryptowährungs-Kriminelle hat die US-Regierung die beschlagnahmten Münzen versteigert. (fp)