US-Finanzminister Scott Bessent zufolge hat sich Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, von einem Analystenbericht des Frankfurter Geldhauses distanziert, in dem die Möglichkeit angesprochen wurde, europäische Investoren könnten US-Vermögenswerte abstoßen.

"Diese Vorstellung, dass Europäer US-Vermögenswerte verkaufen würden, stammt von einem einzelnen Analysten der Deutschen Bank", sagte Bessent am Mittwoch (21.1.) am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Der CEO der Deutschen Bank hat angerufen und klargestellt, dass die Deutsche Bank sich dieser Analystenmeinung nicht anschließe." Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich auf Anfrage von "Bloomberg News" zunächst nicht äußern.

Grönland-Streit als möglicher Auslöser
Die Handelsdrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber europäischen Ländern im Zusammenhang mit Grönland könnten nach Einschätzung der Deutschen Bank die Möglichkeit eröffnen, dass diese ihre Bestände an US-Vermögenswerten reduzieren. Das hatte George Saravelos, Leiter des globalen Devisenresearch der Deutschen Bank, am Sonntag (18.1.) in einer Mitteilung an Kunden geschrieben.

Europa sei der größte Gläubiger der USA. Die Länder des Kontinents hielten US-Anleihen und -Aktien im Wert von rund acht Billionen US-Dollar – fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen, hieß es in dem Bericht.

"In einem Umfeld, in dem die geo-ökonomische Stabilität des westlichen Bündnisses existenziell gestört wird, ist nicht klar, warum die Europäer weiterhin bereit sein sollten, diese Rolle zu spielen", schrieb Saravelos. "Die Entwicklungen der letzten Tage könnten zu einer weiteren Dollar-Neugewichtung führen." (mb/Bloomberg)