Handelskrieg, Brexit, eine sich verlangsamende Wirtschaft: Viele politische und wirtschaftliche Ereignisse lassen Marktteilnehmer derzeit eine Rezession befürchten. Craig Burelle, Analyst beim US-amerikanischen Investmenthaus Loomis Sayles, teilt diese Sorge nicht. Er geht davon aus, dass sich der Wirtschaftsabschwung, der vor allem durch den Fertigungssektor ausgelöst wurde, "im weiteren Verlauf des vierten Quartals ohne Rezession umkehren wird." Die Wachstumsprognosen in den Industrie- und Schwellenländern hätten sich stabilisiert. 

Burelle glaubt nicht, dass sich die derzeitige Schwäche im verarbeitenden Gewerbe negativ auf den Dienstleistungssektor auswirken wird. Stattdessen erwartet er "weiterhin starke Arbeitsmärkte und steigende Löhne." Die aktuelle Stimmung der Anleger hänge mit den womöglich übertriebenen Befürchtungen am Ende des Konjunkturzyklus zusammen. Der Analyst der zur Natixis Investment Managers gehörenden Fondsgesellschaft rechnet damit, "dass sich die Expansion der Wirtschaft auch in 2020 fortsetzen wird."

Handelskrieg ist entscheidender Faktor 
Jedoch zeigt sich Burelle nicht übertrieben optimistisch – einen Boom erwartet er nicht, genauso wenig wie einen Inflationsimpuls. Als eine der größten Unsicherheiten sieht er den Handelskrieg zwischen China und den USA. Ein Abkommen, "und sei es noch so klein", würde die Aktienmärkte weltweit zuversichtlicher stimmen. (fp)