Sechs ehemalige Manager aus dem Umfeld der Schweizer Privatbank IHAG sind ins Visier der US-Justiz geraten, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Sie sehen sich nun einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegenüber. Der Vorwurf: Die Banker sollen drei Kunden aus den USA dazu verholfen haben, in den Jahren 2009 bis 2014 Konten vor den US-Behörden zu verstecken und damit Steuern in Höhe von insgesamt mehr als 60 Millionen US-Dollar zu hinterziehen.

Das Geld soll unter einem Plan mit dem Decknamen "Singapore Solution" über eine Reihe an Konten, unter anderem in Hongkong, zu einem Vermögensverwalter in Singapur geschleust worden sein, berichtet die NZZ. Den US-Kunden wird vorgeworfen, den involvierten Geldhäusern hohe Gebühren für die Unterstützung bei der Steuerhinterziehung gezahlt zu haben. Die sechs angeklagten Banker stehen bis auf Weiteres unter der Unschuldsvermutung. Im Falle einer Anklage drohen ihnen fünf Jahre Gefängnis.

Schweiz erschwert Aufdeckung
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Stuart Goldberg von der Steuerabteilung des Justizministeriums warnt US-Bürger vor Steuerbetrug im Ausland. Die zuständigen Behörden verfügten über genügend Ressourcen, um auch die raffiniertesten Pläne aufzudecken und behandeln Steuerhinterziehung mit höchster Priorität, zitiert ihn die NZZ. Bislang war es für amerikanische Strafverfolger allerdings schwierig, in der Schweiz an Auskünfte zu gelangen. So habe die Schweizer Steuerverwaltung schon in der Vergangenheit den US-Behörden Informationen verweigert. (fp)