Im Kampf gegen die Coronakrise scheint der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mittlerweile jedes Mittel recht zu sein. Fortan werde es keine Grenzen mehr beim Kauf von Staatsanleihen geben, verkündeten die obersten Währungshüter am Montag. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte will die Notenbank darüber hinaus auch Unternehmensanleihen kaufen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Zudem will die Fed dafür sorgen, dass jene Betriebe und Unternehmer, die durch die behördlichen Anordnungen zur Eindämmung des Virus in existenzielle Not geraten sind, weiterhin problemlos an Kredite kommen. So arbeitet die Notenbank seit Wochen gemeinsam mit den Geschäftsbanken an Wegen, um die Kreditvergabe zu erleichtern. Außerdem forderte sie die Geldinstitute mehrfach dazu auf, ihre Liquiditäts- und Kapitalpuffer anzuzapfen.

US-Aktienmärkte geben nach
Die US-Wirtschaft stehe durch die Epidemie vor "schweren Verwerfungen". Entsprechend aggressiv müssten die Reaktionen ausfallen, schreibt die Fed in einer begleitenden Erklärung. Das Anleihe-Kaufprogramm soll so lange unbegrenzt laufen, bis die Märkte für diese Wertpapiere wieder ohne größere Schwankungen funktionieren.

Experten begrüßten die Entschlossenheit der Fed als großen Schritt nach vorne und sprechen gar von einem historischen "Draghi-Moment" – als Anspielung auf die legendäre Rede des damaligen Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im Jahr 2012. Damals verkündete Draghi, "alles, was nötig ist" zu tun, um die Eurozone zu retten. (fp)