Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) lässt sich – noch – nicht von ihrem Kurs abbringen. Trotz steigender Inflationsraten in den USA und einem deutlichen Aufschwung der Wirtschaft belässt sie die Anleihekäufe im Rahmen des Hilfsprogramms PEPP auf hohem Niveau, berichtet das "Handelsblatt". Aber: Notenbankchef Jerome Powell signalisierte diese Woche zumindest, dass die Fed künftig bei den Anleihekäufen auf die Bremse treten könnte. In einer Sitzung habe man vor allem über "Timing, Geschwindigkeit und Ausgestaltung" diskutiert.

Die Anleihekäufe in Höhe von insgesamt 120 Milliarden US-Dollar pro Monat sollen so lange beibehalten werden, bis "erhebliche Fortschritte" bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind. Dieses Ziel sei zwar in greifbare Nähe gerückt, betont die Fed, jedoch noch nicht erreicht. In den kommenden Sitzungen wollen Powell und Kollegen den "Fortschritt weiter evaluieren". Den starken Anstieg der Inflation hält der Notenbankchef für ein vorübergehendes Phänomen. 

Unspektakulärer Entscheid
Ökonomen zeigten sich in Gesprächen mit der "tagesschau" wenig überrascht über den Fed-Entscheid. "Die US-Notenbanker haben heute keine wesentlichen neuen geldpolitischen Pflöcke eingerammt, aber sie signalisieren, dass ein Zurückfahren des Anleihekaufprogramms langsam, aber sicher näher rückt", sagte LBBW-Ökonom Elmar Völker dem Nachrichtensender. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, kommentierte: "Das aktuelle Umfeld war den US-Währungshütern heute zu heiß, um mit konkreten Maßnahmen die geldpolitische Wende einzuleiten." (fp)