Die US-Notenbank Fed übt sich in Geduld: In diesem Jahr will sie den Leitzins unangetastet lassen. Das gaben die obersten Währungshüter am Mittwoch bekannt. Zugleich wollen sie das Verkaufsprogramm für die im Rahmen der quantitativen Lockerung erworbenen Anleihen im September auslaufen lassen, falls sich die Wirtschaft in den USA bis dahin erwartungsgemäß entwickelt. Der Grund für diese neutrale Haltung: Die Fed geht davon aus, dass die US-Konjunktur an Schwung verliert. Zwar sei die Wirtschaft immer noch in guter Verfassung. Frühindikatoren ließen allerdings ein langsameres Wachstum erwarten, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) Fed-Chef Jerome Powell.

Die Entscheidung, die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten zwischen 2,25 und 2,5 Prozent zu belassen, hatte sich schon angedeutet. Bereits im Januar hatte die Fed wegen der unsicheren Konjunkturaussichten einen vorsichtigeren Kurs bei der Geldpolitik signalisiert. Powell bezeichnete die derzeitige Höhe der Leitzinsen gegenüber der FAZ als "neutral": Sie würden die Wirtschaft weder stimulieren noch dämpfen.

Fed will Bilanz weiter verkürzen
Die Bilanz der Notenbank hat sich seit der Finanzkrise 2008 mehr als vervierfacht. Im Rahmen des Quantitave-Easing-Programms hat die Fed im Laufe der Jahre Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 4,5 Billionen US-Dollar angekauft. Im Jahr 2017 fassten die Währungshüter den Entschluss, das Portfolio zu verkleinern. Mittlerweile liegt die Zahl der zugekauften Anleihen wieder unter der Vier-Billionen-Grenze. Bis September will die Fed eine weitere Billion abgebaut haben. (fp)