Erst wurde gemutmaßt, dann angekündigt, nun tut sie es tatsächlich: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte investiert die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve in Unternehmensanleihen. Sie plant, zunächst Indexfonds zu kaufen, die Firmen-Bonds mit der Bonitätsstufe "Investment Grade" enthalten. Später will sie selbst und direkt ausgesuchte Unternehmensanleihen erwerben, auch sogenannte "Fallen Angels", die ihr "Investment Grade"-Rating durch die Krise verloren haben, berichtet die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ). Die Maßnahmen hatte die Zentralbank bereits im März im Rahmen eines großen Rettungspakets angekündigt.
 
Der Vermögensverwalter Blackrock verwaltet das Fed-Programm. Das US-Finanzministerium hat dem weltgrößten Asset Manager einen Kapitalstock von 75 Milliarden US-Dollar zugewiesen, den dieser mit dem Einsatz von Fremdkapital verzehnfachen darf, berichtet die NZZ. Insgesamt stehen also 750 Milliarden US-Dollar für Unternehmensanleihekäufe zur Verfügung.
 
Freude und Kritik
An den Bond-Märkten sorgte die Ankündigung des Kaufprogramms zunächst für gute Stimmung, Anleger griffen deutlich beherzter zu. Nicht alle Investoren begrüßen jedoch das Vorgehen der Fed. So kritisiert etwa der Hedgefond-Manager Mark Spitznagel das Programm gegenüber der NZZ – mit harschen Worten: Solche Rettungsaktionen seien "widerlich und erbärmlich". Spitznagel warnt vor enormen Fehlanreizen. Scott Minerd, Chefstratege von Guggenheim Partners, macht das Paket der Fed als "staatliche Sozialhilfe für Unternehmen" verächtlich.  (fp)