Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. bekommen dieser Tage aus allen Richtungen ihr Fett weg. Nachdem chinesische Industrieverbände und Tesla-Chef Elon Musk aus verschiedenen Gründen Bedenken gegenüber den viruellen Devisen äußerten und damit die Kurse auf Talfahrt geschickt haben, hat nun auch die US-Regierung zum Angriff angesetzt. Das Finanzministerium will unter der Führung von Janet Yellen der Steuerbehörde IRS mehr Befugnisse geben, wenn es um Transaktionen in Kryptowährungen geht, berichtet das "Handelsblatt". Unternehmen und Kryptobörsen sollen automatisch melden, wenn Kunden Transaktionen von 10.000 US-Dollar oder tätigen. Damit würden für Bitcoin und Co. die gleichen Regeln gelten wie für Bargeld.

Das US-Finanzministerium ist mit seinen Forderungen nicht allein. Auch die US-Börsenaufsicht SEC will mehr Befugnisse, wenn es um Kryptowährungen geht. Behördenchef Gary Gensler bemängelte, dass es praktisch keinen Verbraucherschutz für Trades an Kryptobörsen gebe, obwohl es dort immer wieder zu Störungen und Ausfällen kommt. Branchenkenner halten es für möglich, dass die SEC künftig auch für Handelsplätze wie Coinbase, Gemini und Kraken zuständig sein könnte, berichtet das "Handelsblatt". Während die zahlreichen Forderungen nach mehr Regulierung dem Bitcoinkurs seit Wochen Turbulenzen bescheren, glauben Marktexperten, dass strengere Regeln den Kryptos allgemein auf lange Sicht guttun könnten. Analysten der Investmentbank Raymond James schreiben etwa, dass einheitliche Regeln "Kryptos als Assetklasse legitimieren" könnten, auch wenn es kurzfristig zu weiteren Schwankungen an den Märkten kommen würde.  (fp)