US-Präsident Joe Biden will am harten China-Kurs seines Vorgängers Donald Trump festhalten, wie die "Tagesschau" berichtet. Zu Wahlkampfzeiten hatte Biden Lockerungen in Aussicht gestellt. Da sich China aber nicht an getroffene Absprachen halte, ist eine Entspannung der Handelsbeziehungen der beiden Supermächte nicht in Sicht. Amerika werde alle Instrumente nutzen, um seine Bürger und Unternehmen vor den Auswirkungen der chinesischen Handelspraktiken zu schützen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) die US-Handelsbevollmächtigte Katherine Tai.

Peking hatte in einem Ende 2019 geschlossenen Teilabkommen den Kauf von US-Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar bis Ende 2021 zugesagt, bislang wurde dieses Versprechen nicht umgesetzt. Tai zufolge sieht die USA daher derzeit keinen Grund, von Sanktionen in Form von Sonderzöllen abzurücken. Im Gegenteil, die Lage verschärft sich weiter, da die US-Regierung sich laut "FAZ" zunehmend besorgt zeigt über Chinas Subventionierung und Förderung ausgewählter Industrien zum Nachteil Amerikas. Die Vereinigten Staaten planen einen Konter mit einem 52 Milliarden Dollar schweren Subventionsprogramm, das allerdings noch vom Kongress abgesegnet werden muss.

Mögliche Aufstockung der Zölle  
Inzwischen geht es nicht nur um die Beibehaltung der unter Trump erlassenen Sonderzölle auf chinesische Importe. Laut "FAZ" ist sogar eine Aufstockung im Gespräch. Zurzeit werden 66 Prozent der China-Importe mit Zöllen belegt, China erhebt seinerseits Zölle auf rund 60 Prozent der Einfuhren aus den USA. (fp)