Der Goldpreis und die Kurse von Goldminenaktien dürften sich von den jüngsten Rückschlägen rasch wieder erholen, erwartet Joe Foster, Portfoliomanager bei der Investmentgesellschaft Van Eck. Er weist darauf hin, dass es bei dem Edelmetall im Verlauf der Finanzkrise 2008/2009 deutlich rascher wieder aufwärts ging als am breiten Markt. So hatte der S&P 500 im Februar und März 2009 sein Krisen-Tief erreicht. Der Goldpreis hatte seine Verluste da größtenteils schon wieder wettgemacht. Der US-Aktienindex benötigte dafür noch zwei weitere Jahre.

Foster sieht zwei Gründe dafür, dass Gold im Zuge der Corona-Krise unter Druck geraten ist: Erstens hatten viele Fondsmanager im Rahmen von Volatilitätsmodellen mit einem Hebel in Rohstoffe investiert. Die Abwicklung dieser Positionen führt zu übergroßen Verkäufen, erklärt der Van-Eck-Mann. Zweitens haben viele Finanzprofis Gold abgestoßen, um sich Liquidität zu verschaffen. Mit frischem Bargeld wollten sie etwa Nachschusspflichten erfüllen oder Börsenverluste decken. Solche Geschäfte kommen während Abverkäufen an den Märkten häufig vor, sagt Foster.

Minenbetreiber schürfen weiter
In vergangenen Verkaufswellen hat sich Gold oft gut gehalten. Diesmal dürfte der Goldpreis zumindest rasch wieder Boden gutmachen, prophezeit Foster. Goldminenaktien hingegen fallen oft mit zusammen mit dem breiten Aktienmarkt – wie es auch zuletzt zu beobachten war. Die Fundamentaldaten der Goldproduzenten sind aber intakt, sagt der Portfoliomanager. "Im Hinblick auf die Pandemie treffen die Unternehmen alle Vorsichtsmaßnahmen." Sie unternehmen große Anstrengungen, um die Produktion aufrechtzuerhalten und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sicherzustellen. Auch bei Minenaktien dürfte es also bald wieder aufwärts gehen, sagt Foster. (fp)