Venezuela-Krise: Anleger flüchten in Gold und Silber
Die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA sorgt für Unruhe an den Märkten. Gold und Silber ziehen deutlich an, während geopolitische Risiken und fiskalische Sorgen in den Fokus der Anleger rücken.
Die Preise für Gold und Silber sind angesichts der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA deutlich gestiegen. Gold verteuerte sich am Montagmorgen (5.1.) am Kassamarkt zeitweise um bis zu 2,1 Prozent und überschritt dabei die Marke von 4.420 US-Dollar je Unze. Die Silber-Notierung kletterte um nahezu fünf Prozent.
Nachdem Maduro am Wochenende abgesetzt worden war, kündigte US-Präsident Donald Trump an, die USA hätten vor, "Venezuela zu führen". Über die künftige Regierung des südamerikanischen Landes herrscht nun Unsicherheit. Trump betonte, Washington verlange "vollständigen Zugang" zu dem Land, einschließlich seiner Ölreserven.
Dies verstärke die geopolitische Unsicherheit, sagte Christopher Wong von Oversea-Chinese Banking in Singapur. Die unmittelbaren Risiken seien jedoch begrenzt, da "die Entwicklungen in Venezuela eher auf einen relativ schnellen Abschluss hindeuten, als auf einen langwierigen militärischen Konflikt", so der Analyst.
Fiskalische Risiken rücken in den Fokus
Indessen erhöht die wachsende Staatsverschuldung Washingtons die langfristigen Risiken für die US-Wirtschaft. Die frühere Fed-Chefin und Ex-Finanzministerin Janet Yellen sprach am Sonntag (4.1.) auf einer Podiumsdiskussion von zunehmenden Voraussetzungen für eine Situation der fiskalischen Dominanz. Dabei zwinge die hohe Schuldenlast die Zentralbank, die Zinsen niedrig zu halten, um die Kosten für den Schuldendienst zu begrenzen.
Gold und Silber weiter auf Rekordjagd
Der Goldpreis hat 2025 so stark zugelegt wie seit 1979 nicht mehr. Das Edelmetall erreichte immer neue Rekordhochs, unterstützt durch Käufe der Zentralbanken sowie Zuflüsse in börsengehandelte Produkte, die mit Gold hinterlegt sind. Zusätzlichen Rückenwind lieferten drei aufeinanderfolgende Zinssenkungen der US-Notenbank, da Edelmetalle keine laufenden Erträge abwerfen.

Silber hat sich im vergangenen Jahr sogar stärker verteuert als Gold und Preisniveaus erreicht, die bis vor Kurzem nur die optimistischsten Marktbeobachter für möglich hielten. Neben den Faktoren, die auch Gold stützten, profitierte Silber von anhaltenden Sorgen, die US-Regierung könnte letztlich Einfuhrzölle auf das Metall erheben. (mb/Bloomberg)














