Die Welt hat sich verändert. Aber Covid-19 hat nicht nur die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, sondern auch unsere Finanzen dramatisch beeinflusst. Haushalte in ganz Europa haben hunderte Milliarden Euro unfreiwillig auf die hohe Kante gelegt, da Einschränkungen im öffentlichen Leben und wiederkehrende Lockdown-Phasen die Möglichkeiten des Geldausgebens massiv beschränkt haben. Gleichzeitig war die Unsicherheit über die möglichen Folgen der Pandemie zeitweise enorm hoch.

Beides seien Gründe dafür, dass die Sparquoten vieler Haushalte angestiegen sind, erklärt dazu Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan AM. Das belege die breit angelegte Studie, in der das amerikanische Investmenthaus unter anderem der spannenden Frage nachgeht ist, ob dieses Ersparte vollständig verkonsumiert wird, sobald die Pandemie vorbei ist, oder ob – und wie – ein Teil davon zur Geldanlage verwendet wird. Dazu wurden über 5.000 Frauen und Männer in zehn europäischen Ländern zu ihrer Einstellung gegenüber dem Thema Sparen und Anlegen befragt.

Finanzplanung ist Schlüssel für den Anlageerfolg
Die Untersuchung identifiziert Bereiche, die für Anlegerinnen und Anleger am wichtigsten sein werden, wenn sie nach der Pandemie mehr aus ihrem Geld machen wollen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Eine Finanzplanung ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg. Denn verblüffenderweise geht Anlegen mit einem gesteigerten Wohlbefinden einher. Wenn mehr Menschen investieren, anstatt ihr Geld auf dem Sparbuch brach liegen zu lassen, können sie neben einem langfristig besseren Anlageergebnis zudem auch von einem überdurchschnittlichen Selbstwertgefühl und einem positiven allgemeinen Wohlbefinden profitieren.

In unserer Bilderstrecke oben haben wir einige der wesentlichen Details der Studie zusammengefasst. (hh)


Zum Studienaufbau: Die Befragung wurde im Auftrag von J.P. Morgan Asset Management durch das Research-Haus Kantar in zehn europäischen Ländern durchgeführt. Neben Deutschland und Österreich, die gemeinsam betrachtet wurden, wurden Frauen und Männer in Großbritannien, Finnland, Frankreich, Italien, Portugal/Spanien (ebenfalls zusammengefasst), Schweden und der Schweiz befragt. Der Fokus lag auf Anlegerinnen und Anlegern mit wenig Erfahrung: Es wurden insgesamt 3.968 Interviews mit Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren durchgeführt, wobei jeweils die Hälfte der Befragten der Altersgruppe 30 bis 45 Jahre sowie der Altersgruppe 46 bis 60 Jahre zuzuordnen ist. Die Teilnehmerinnen besitzen Kapitalanlagen oder Ersparnisse und verfügen über ein persönliches Mindesteinkommen (je Land unterschiedlich). Darüber hinaus wurde eine vergleichbare Stichprobe von 2037 Männern im Alter von 30 bis 45 Jahren befragt, die als Vergleichsmaßstab mit der jüngeren Altersgruppe dient. Um den Weg vom Sparen zum Anlegen nachzuvollziehen, wurden in der Stichprobe diejenigen verglichen, die bereits investieren mit denjenigen, die bisher nicht am Kapitalmarkt anlegen. Das Verhältnis derjenigen, die anlegen, zu denen, die nicht anlegen, betrug bei den Frauen 64 zu 36 Prozent und bei den Männern 75 zu 25 Prozent. Die Hälfte der Anlegerinnen und 60 Prozent der Anleger investierten weniger als ein Viertel ihrer Ersparnisse. Nur 20 Prozent investierten über die Hälfte ihrer gesamten Ersparnisse.