Geht es nach der Europäischen Union, soll das Thema "Nachhaltige Geldanlage" ab 2021 einen viel größeren Stellenwert einnehmen. Im ersten Quartal 2021 will sie eine Verordnung verabschieden, die Berater verpflichtet, im Kundengespräch neben Anlagezielen, Erfahrungen und Risikotoleranz auch die Nachhaltigkeitspräferenzen abzufragen. "Noch sind grüne Investments trotz ihres starken Wachstums ein Nischenmarkt, das könnte sich aber ab 2021 ändern", sagt Mathias Lebtig, Geschäftsführender Gesellschafter der FP Asset Management. 

Wie die Regeln aussehen werden, ist zwar noch offen. Immer wieder taucht jedoch das Akronym "ESG" auf (Environmental, Social, Governance) für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. "Der Umweltaspekt – das "E" – ist für Nachhaltigkeitsinvestoren besonders wichtig", sagt Lebtig und verweist auf eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Damit Anleger ein Produkt als nachhaltig empfinden, müssen demnach darin erneuerbare Energien eine Rolle spielen, ebenso wie Umwelttechnologien oder ein schonender Umgang mit Ressourcen. Die Einhaltung sozialer Standards kommt in der DIA-Umfrage erst an vierter Stelle.

Nachhaltigkeit kostet keine Rendite
Ein Vorteil für Anleger: Künftig müssen alle Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater auf ihrer Webseite angeben, ob und in welcher Tiefer sie das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen umsetzen. Die Sorge, ein grüner Investmentansatz könnte Rendite kosten, hält der Vermögensprofi für unbegründet. "Eine Vielzahl von Studien zeigt vielmehr, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien Anlagerisiken reduziert und Renditeaussichten erhöht", sagt Lebtig. (fp)