Es wird höchste Zeit für Gold im Depot, sagt Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter bei der Independent Capital Management Vermögensberatung (ICM). Investoren sollten bis zu 20 Prozent ihres Vermögens in dem gelben Metall halten, ist der Ehlhardt überzeugt. Der Grund: Sollte eine globale Krise die Märkte erschüttern, sieht er gewaltiges Potenzial. "Tagessteigerungen von 200 oder 300 US-Dollar sind dann keine Utopie mehr", sagt er.

Dass es zu einem Crash kommt, hält der Anlageprofi gar nicht mal für so unwahrscheinlich. Denn die Bilanzen der Notenbanken wachsen und wachsen, und mit ihnen auch die Geldmenge. "Mit ihrem Finanzexperiment betreibt die EZB derzeit Planwirtschaft, erzeugt einen künstlichen Aufschwung, der durch die niederen Zinsen den Konsum der nächsten Jahre vorverlegt hat", sagt Ehlhardt. In der Vergangenheit wurden Krisen aber niemals durch die Druckerpresse gelöst.

System der grenzenlosen Schulden ist fragil
Im Gegenteil: In der Regel komme es zu Fehlinvestitionen, Umverteilungen von Vermögen und Blasenbildung. "Und Blasen sind in der Vergangenheit irgendwann immer geplatzt", sagt Ehlhardt. Noch glauben die Bürger allerdings, dass alles gut geht. "In den letzten fünf Jahren ist bei uns ein gefährlicher Wohlfühleffekt entstanden", sagt der Vermögensprofi. Kritische Stimmen werden nicht ernst genommen. Aber ein solches Schuldensystem, das nur durch Vertrauen am Laufen gehalten wird, ist fragil. Das hätten unter anderem die Krisenjahre 2007 bis 2009 gezeigt, so Ehlhardt. (fp)