Die Deutschen legen in der Coronakrise mehr Geld zurück. Allerdings nicht, weil sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen, sondern weil die Möglichkeiten zum Konsum eingeschränkt sind. Das fand die Bundesbank in einer aktuellen Erhebung heraus. Mit dem Ende der Pandemie könnte es daher zu Nachholeffekten kommen, glaubt Vermögensprofi Gottfried Urban. 

Zugleich könnte die Zahl der Dienstleister zurückgehen, weil einige Marktteilnehmer ihr Geschäft nach dem Lockdown gar nicht wieder öffnen. Manch Händler zieht vielleicht die Geschäftsaufgabe aus Altergründen vor. Andere überstehen die Krise nicht, weil ihre Kunden sich an den Einkauf im Internet gewöhnt haben. "Schlussendlich wird es weniger Anbieter und mehr verfügbares Konsumgeld geben", sagt Urban. In der Folge könnten die Preise steigen.

Sach- und Substanzwerte bleiben Trumpf
Hinzu kommt: "Vorkehrungen zum Schutz vor Infektionen werden zunächst bleiben, ein Teil davon dürfte wohl weitergegeben werden", erklärt Urban. Auch das treibt die Preise. Erste Anzeichen seien schon zu erkennen, etwa bei Reiseanbietern und Luftfahrtunternehmen. So hat Tui für den Sommer 14 Prozent höhere Preise angekündigt. Auch Kreuzfahrten dürften deutlich teurer werden. 

Die Notenbanken werden nach Einschätzung des Vermögensexperten auf das höhere Preisniveau nicht mit Zinsanhebungen reagieren. "Die Enteignung der Kontensparer wird sich in den 2020er Jahren beschleunigen", sagt Urban. Somit gilt weiterhin: Geld, das langfristig nicht benötigt wird, sollten Anleger in Sach- und Substanzwerte umschichten, auch wenn dies riskanter ist als Kontoguthaben. (fp)