Nachdem im vergangenen Jahr noch Warnungen vor Deflation an der Tagesordnung waren, ist nun die Inflation zurückgekehrt. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Januar sogar um 1,9 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) kann zufrieden sein, scheint ihr Inflationsziel von rund zwei Prozent doch endlich in Reichweite zu rücken. Trotzdem dürften die Leitzinsen in der Eurozone nicht so bald steigen, sagt Ralph Rickassel von der Vermögensverwaltung PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.

Hauptgrund für den rasanten Inflationsanstieg ist der stark gestiegene Ölpreis. "Er hat sich mittlerweile stabilisiert, aber die guten Tarifabschlüsse im letzten Jahr schlagen nun durch weitergegebene Preisanhebungen der Unternehmen durch", erklärt der Vermögensprofi. Alles in allem rechnet das Ifo-Institut für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate in Höhe von 1,5 Prozent. "Wenn die Zinsen nicht in gleichem Maße steigen, komm es zu einer Vermögensentwertung der Sparer", warnt Rickassel.

Erst mal nur Preisstabilität
Nach Definition der EZB ist Inflation allerdings erst dann gegeben, wenn das Preisniveau mittel- bis langfristig über zwei Prozent liegt. Bis zu dieser Marke spricht die Notenbank von Preisstabilität. "Die Notenbanker werden weiter beobachten, ob die derzeitige Inflation vor allem von steigenden Energiepreisen getrieben wurde oder sich in eine dauerhafte und selbsterhaltende Inflationsentwicklung transformiert", sagt Rickassel. "Wie schon im letzten Jahr heißt es daher: Sparbuch und Festgeld können für Anleger kein probates Vehikel sein, ihr Vermögen zu halten oder zu mehren." (fp)