Mischfonds sind nicht mehr ganz so beliebt wie noch vor ein paar Jahren. Die Zahlen zeichnen ein klares Bild: Flossen 2017 fast 30 Milliarden Euro in die Finanzprodukte, waren es 2018 schon neun Milliarden weniger, und 2019 verzeichneten Mischfonds laut Daten des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) einen Zufluss von gerade mal 10,6 Milliarden Euro. 2020 setzte sich der Trend fort, nur noch rund zehn Milliarden Euro flossen in Mischfonds. Aktienfonds konnten dagegen ihre Nettomittelzuflüsse im Vergleich zu 2019 mehr als vervierfachen, und kamen auf eine Summe von 21 Milliarden Euro. Ein Trend, der den gemischten Produkten unrecht tut: "Es sind die Mischfonds, die wie keine andere Fondskategorie genau das liefern, was sich Anleger von Fonds versprechen" sagt Nikolas Kreuz, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Invios. 

Mischfonds würden es Anlegern ermöglichen, die Verantwortung für den eigenen Vermögensaufbau und die Vermögenssicherung an einen externen Manager abzugeben, der ein zukunftsfähiges Portfolio baut. "Ein Mischfonds muss es erlauben, dass es das einzige Produkt für einen Kunden ist und dieser trotzdem keine Angst um sein Geld haben muss", sagt Kreuz. Von Banken aus Marketinggründen hektisch aufgelegte Nischenfonds seien für diese Art des Vermögensaufbaus ungeeignet. Wer dagegen mit Herz und Verstand, vor allem aber mit Verantwortungsgefühl das Geld anderer Menschen manage, der werde Erfolg haben, so Kreuz. "Insofern steht guten Mischfonds die beste Zeit noch bevor."

Falsche Entscheidungen
Spezifische Themenfonds, etwa zu grünen Investments oder dem Trendthema Wasserstoff, würden die Verantwortung dagegen wieder an den Anleger zurück übertragen. "Der Anleger muss dann immer noch selbst entscheiden, welchen Anteil seines Vermögens er in diese Nische steckt. Und das überfordert die meisten und führt zu falschen Entscheidungen", sagt Kreuz. (fp)