Im Zuge der Corona-Krise dürfte es an den Finanzmärkten weiterhin unruhig bleiben. Das sollte nicht dazu führen, dass Investoren in wilden Aktionismus ausbrechen, warnt Jürgen Moll, Vorstand der A.S.I. Wirtschaftsberatung. "Wir raten zu einer ruhigen Hand", sagt er. "Langfristig Ziele sollten auch weiterhin die Entscheidungen bestimmen."

So ist etwa die Altersvorsorge generell langfristig angelegt, kurzfristige Marktschwankungen sollten dabei keine Rolle spielen. Zur Not kann man Versicherungspolicen vorübergehend beitragsfrei stellen, sagt Moll. Umgekehrt kann man bei vielen Tarifen auch Extra-Zahlungen leisten – etwa, wenn man die aktuellen, günstigen Einstiegskurse für fondsgebundene Versicherungen nutzen will.

Unsicherheit bei Aktien, Beruhigung bei Wohnimmobilien
Niemand weiß, wie es in den kommenden Wochen an den Börsen weitergeht. "Was wir aber wissen, ist, dass Aktieninvestments in der Vergangenheit über lange Anlageperioden von zehn bis 15 Jahren immer eine positive Performance gezeigt haben", sagt der Vermögensprofi. Anleger mit langem Atem konnten Verluste bislang immer wettmachen. "Wer also schon in guten Zeiten nicht spekuliert, sollte auch jetzt die Finger von hektischen Maßnahmen lassen", mahnt Moll. 

Auf dem Immobilienmarkt rät der Experte zu einem differenzierten Vorgehen. Deutliche Spuren der Corona-Krise erwartet er bei Hotel- und Einzelhandelsimmobilien, außer im Lebensmitteleinzelhandel. "Demgegenüber dürfte es bei Wohnimmobilien stabiler zugehen. Die Wohnungsknappheit an sich ist ja unverändert vorhanden", sagt er. Womöglich steigen die Preise nun aber erst einmal nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. (fp)