Die Insolvenz des Containerinvestment-Anbieters P&R ist eine echte Katastrophe für Vermittler, sagt Volker Stache, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Müller & Veith Investment. Vier Dekaden lang hatte es in diesem Bereich und insbesondere mit P&R quasi keine Probleme gegeben. Nun bleiben, nach der Pleite vieler Immobilien- und zahlreicher Schiffsfonds, kaum noch Beteiligungsmodelle mit reiner Weste übrig.

Beteiligungen waren für Vermittler lange Zeit ein unbürokratisches, lukratives Geschäftsfeld, sagt Stache. Mittlerweile ist dieser Investmentbereich so gut wie tot. "Die Insolvenz von P&R hat das Vertrauen der Anleger in ihre Berater schwer beschädigt, und Vermögensverluste bei Investoren sind leider programmiert", so der Anlageprofi. "Daher werden bestimmt viele kritische und panische Gespräche geführt, die der Sache aber nicht wirklich dienlich sind."

Zurück zum Sparstrumpf
Eine Herrschar von Anleger-Anwälten steht bereits in den Startlöchern, so Stache. Vermittler können in dieser Situation nichts tun: Die Zukunft der Container-Investitionen liegt nun in erster Linie in den Händen des Insolvenzverwalters. "Um sich selbst zu schützen, sollten Vermittler die eigene Vermögensschadenhaftpflicht informieren", rät Stache. So können sie im Ernstfall Ansprüchen von Kunden professionell begegnen.

Jede Insolvenz schadet dem Ruf der Branche und zerstört Vertrauen. "In letzter Konsequenz werden die Kunden noch ängstlicher und legen sich das Geld unters Kopfkissen", sagt der Vermögensexperte. Er kritisiert, dass Politiker keine Anstalten machen, über Hilfsmaßnahmen zu sprechen. Man gehe offenbar davon aus, dass bei P&R nur wohlhabende Menschen investiert seien und keine Kleinsparer. "Ich bin mir sicher, dass es anders ist", sagt Stache. "Aber es fehlt die Lobby." (fp)