Geld ist nur Mittel zum Zweck und kann deshalb vom Staat in unbegrenzter Menge zur Verfügung gestellt werden, um Wohlstand zu schaffen. So lautet – stark vereinfacht – das Credo der Anhänger der "Modern Monetary Theory" (MMT). In der Praxis stößt der Wunsch, mit Schulden reich zu werden, schnell an Grenzen. So zeigt sich durch das Gelddrucken im großen Stil durchaus ein Inflationseffekt, erklärt Markus Richert, Seniorberater bei Portfolio Concept. Allerdings nicht beim Bäcker, im Supermarkt oder in der Drogerie, sondern bei den Vermögenswerten.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Liquiditäts-Tsunami der globalen Notenbanken die Preise für Aktien und Anleihen, für Immobilien und Edelmetalle noch lange Zeit nach oben spülen wird. Wer sich als Anleger richtig im Markt positioniert, hat deshalb durchaus die Möglichkeit, durch Schulden reich werden, sagt Richert. Gleichzeitig produziert die MMT aber auch Verlierer: nämlich all jene, die "ihr Geld in nominale Anlageformen wie Tagesgeldkonto, Festgeld, Sparbuch oder in bar unter dem Kopfkissen investierten". (fp)